Archiv des MonatsMay, 2007

In den Fängen der Stasi (Folge 2)

Was denkt der Papst?

Politiker aus Westeuropa und den USA geben sich im Vatikan die Klinke in die Hand. Keine Angelegenheit die besondere Aufmerksamkeit erregen würde, sondern diplomatische Gepflogenheit unter Staaten, die offizielle Beziehungen zueinander unterhalten. Anders schon hatte die Weltöffentlichkeit aufgehorcht, als zum ersten Mal eine schwarze Staatslimousine mit „Hammer und Sichel“ im Stander am 27. April 1966 in den Damasushof vorgefahren war und der sowjetische Botschafter Andrej Gromyko dem Papst seine Aufwartung machte. Der Vertreter des Kreml hatte Paul VI. bereits im Oktober 1965 gesprochen. Zu der kurzen Begegnung war es am Rande der Vollversammlung der Vereinten Nationen gekommen, zu der beide in New York weilten. Inzwischen sind vier Jahre vergangen und die Weltlage hat sich nicht zum Besseren gewendet.

Die politischen Führungsspitzen suchen den Gedankenaustausch mit dem Papst und den Diplomaten der Kurie.

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Kommentar

In den Fängen der Stasi (Folge 1)

„In meiner langen Zuchthauszeit war es mein großes Glück, die Bibel zu besitzen, obwohl das eigentlich verboten war.“ (Walter Kempowski (1) in „Cicero“ 4/2007)

In den Verliesen der Stasi

Ob andere Gefangene,  solche, die in ihrem politischen Leben auf die Idee des Marxismus-Leninismus geschworen hatten, in den Kerkern der Stasi zu den Katechismen ihrer Glaubensüberzeugung gegriffen haben, lässt sich in Ermangelung diesbezüglicher Zeugnisse nicht beschreiben. Anlass zu hämischer Betrachtungsweise gibt dies allerdings nicht im Geringsten. Wohl aber erinnert mich Kempowskis Bekenntnis an ein Gespräch mit dem tschechischen Geheimbischof Fridolin Zahradnik, dessen Weihe im Übrigen bis heute von manchen Kirchenoberen angezweifelt wird. Es sei denn, Papst Benedikt XVI. findet eine Möglichkeit, der geheimen Weihe nachträglich auch die kirchenrechtliche Gültigkeit mit einer Ausnahmeregelung zu verleihen und den tapferen Sohn der Kirche in Böhmen gegenüber manchen Anfeindungen zu rehabilitieren.

Fridolin Zahradnik hat sich nach der „Samtenen Revolution“ in der Tschechoslowkei den Menschen am Rand der Gesellschaft zur Verfügung gestellt, als Seelsorger und als „Nothelfer“:

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Kommentar

Von Spitzeln durchlöchert

Papst Paul VI. soll fast während seines gesamten Pontifikats zwischen 1963 und 1978 von einem Vertrauten bespitzelt worden sein, berichtete der Wiener „Kurier“ in seiner Ausgabe vom 16. Mai 2007. Die Nachricht bezieht sich auf die polnische Tageszeitung „Rzeczpospolita“. Dieses Blatt wiederum ließ den polnischen Priester Tadeusz Iskowicz-Zaleski zu Wort kommen, der über seine Erkenntnisse schrieb, die er aus Recherchen anhand von Archivunterlagen des Ostberliner MfS gewonnen hat.

Diesen Mitteilungen zufolge soll der Spitzel aus der unmittelbaren Umgebung des Papstes „vermutlich“ ein Pole gewesen sein. Der namentlich nicht genannte Verräter – ein Geistlicher etwa? – habe seine Mitteilungen zunächst an den polnischen Geheimdienst übermittelt. Von dort seien sie an die Sowjetunion weitergeleitet worden.

Der V-Mann der polnischen Staatssicherheitsorgane habe Zugang zu vertraulichen Informationen gehabt, zum Beispiel Protokolle von Gesprächen des Papstes mit ausländischen Politikern betreffend.

Der jetzt von den polnischen Medien aufgegriffene Vorgang ist seit langem bekannt.

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