Archiv des MonatsNovember, 2007

Im Kreuz die Wahrheit (Folge 10)

Mit Marxisten sprechen?

„Die Idee des Kommunismus, das größte Wohl für die Menschen auf der Erde zu schaffen, ist nicht schlechter, als die Idee des Christentums“, sagt Irina Antonowa in einem Interview, das im September 2007 in einer deutschsprachigen Monatszeitschrift erschien. (1)

Solche Bekenntnisse waren in Zirkeln marxistischer Intellektueller bereits vor dreißig, vierzig Jahren zu hören. Nahmen sie christlichen Theologen die eingeimpfte Berührungsangst vor der „gottlosen“ Theorie, ohne die christlich-biblisch fundierte Lehre zu desavouieren? Nein, gleichsetzen wollte man sich nicht, aber vielleicht konnte man sich an denselben Tisch setzen und herausfinden, ob es gemeinsame Ansätze gab, die Welt besser zu machen, als sie sich darstellte. Jeder nach seiner Facon. Aber war die möglich, ohne die eigene Idee, pardon: das Christus-Vermächtnis zu verraten? Leonardo Boff, einer der Wortführer der lateinamerikanischen Befreiungstheologie verwahrte sich im Frühjahr 2007 scharf gegen die Unterstellung, die Theologie der Befreiung sei marxistisch orientiert.

__(’weiterlesen »’)

Kommentar

Im Kreuz die Wahrheit (Folge 9)

Der Krieg ist tot, der Krieg geht weiter

Im September 1945 war der amerikanische Militärgeheimdienst Office of Strategic Services OSS von Präsident Truman deaktiviert worden. Ihm folgte für einen kurzen Zeitraum die Central Intelligence Group CIG mit den Sondereinheiten Strategic Service Units SSU, die u.a. in Deutschland und Westberlin operierten. Mit dem National Security Act von 1947 wurde die Central Intelligence Agency CIA als ziviler Nachrichtendienst und ein Nationaler Sicherheitsrat (National Security Council NSC zur Unterstützung des Präsidenten) geschaffen.

Eine wichtige Rolle spielt James H. Critchfield, ehemaliger Bataillonskommandeur der US-Army während des Zweiten Weltkrieges in Europa beim Aufbau eines neuen bundesdeutschen Sicherheitssystems, der „Organisation Gehlen“, der Vorläuferin des BND. Anspruch. (1).

Critchfield, 1948 in den CIA übernommen, berichtet in seinem Buch über seine Aktivitäten in Europa, das 430. Bataillon des CIC (2) habe „eine stattliche Anzahl Verbindungen“ zum Vatikan unterhalten.

__(’weiterlesen »’)

Kommentar

Im Kreuz die Wahrheit (Folge 8)

Europas Sicherheit

Paul VI. gibt, liest man das angebliche Wortprotokoll, (dessen Authentizität mehr als zweifelhaft erscheint), den Weltpolitiker. Zu den Gesprächsthemen zählt ebenso die Situation in der Tschechoslowakei nach der sowjetischen Intervention ein Jahr zuvor. Milan Kundera, der 1975 nach Frankreich emigrierte tschechische Schriftsteller, spricht von einer „Annexion“. Man kann mit ihm sagen, dass dieses „Kidnapping“ den gesamten „Ostblock“ der Sowjetideologie unterwarf, dem Moskauer „Kulturimperialismus“.

Cabot Lodge bestreitet, dass die USA im voraus von einer geplanten Militäraktion erfahren hätten – nein, erst hinterher, als man nichts mehr hätte unternehmen können, sei Washington von den Russen unterrichtet worden. (Eine unwahrscheinliche Aussage, die wohl eher dem Gedankengang des polnischen Nachrichtendienstes entsprang. Cabot Lodge dürfte wohl kaum zu dem Eingeständnis bereit gewesen sein, dass die eigene militärischen Aufklärung sowie der CIA versagt haben könnte. Es bleibt auch die Frage, was Cabot Lodge in diesem Zusammenhang tatsächlich dem Papst gesagt hat. Die vatikanischen Archive dürften noch über Jahrzehnte über diesen Vorgang Stillschweigen bewahren.)

__(’weiterlesen »’)

Kommentar

Wer dein Mehl hat, hat auch deine Würde

Deutsche, Afrikaner und der Genius Loci

Nein, Trommel führten die afrikanischen Journalisten, die ihm Tross ihrer Staatspräsidenten bis in die ehemalige Einöde am Fuße eines Taunus-Hanges zu herbstlich-kühler Jahreszeit vorgestoßen waren, nicht im Gepäck. Handliche Laptops besorgten in Windeseile, daß Leser, Hörer und Zuschauer in Antananarivo, Maputo, Gaborone, Abuja, Cotonou und in Kumasi sowie in anderen Landesteilen in den aktuellen Tagesausgaben der Medien darüber informiert werden konnten, was die Staatspräsidenten Marc Ravalomanana (Madagaskar), Armando Emilio Guebuza (Mosambik), Festus, G. Mogae (Botsuana), Umaru M. Yar´Adua (Nigeria), Thomas Boni Yayi (Benin) Otumfuo Nana Osei Tutu II, der Asantehene, d. h. der König des Volkes der Aschanti in Ghana, aus einem fernen Ort zwischen Wald und Reben ihren Völkern und der Welt mitzuteilen hatten.

__(’weiterlesen »’)

Kommentar

Im Kreuz die Wahrheit (Folge 7)

Zornesblitze aus Peking

Jetzt haben die Roten Mandarine in Peking ihre Zornesblitze auch gegen Papst Benedikt XVI. geschleudert. Er solle sich nur nicht einfallen lassen, dem Dalai Lama die Hand zu geben, warnten sie, etwas salopp zitiert. Im Originalton des Sprechers des chinesischen Außenministeriums klang das diplomatischer aber nichtsdestoweniger unmissverständlich: „Wir hoffen, dass der Vatikan nichts unternimmt, was die Gefühle des chinesischen Volkes verletzt, und Ernsthaftigkeit zeigt, die Beziehungen zu China durch konkrete Schritte zu verbessern“. (1)

Anlass für die Demarche, wenn auch auf unterer diplomatischer Ebene vorgetragen, gab eine noch nicht einmal vom Vatikan bestätigte Meldung, der Papst wolle am 13. Dezember 2007 die höchste weltliche Autorität der Tibeter in Audienz empfangen. Ähnlich Schimpfkanonaden hatte die kommunistischen Führung auf den österreichischen Regierungschef Alfred Gusenbauer, die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und den amerikanischen Präsidenten George W. Bush abgefeuert. Diese hatten sich, der chinesischen Reaktion durchaus gegenwärtig, gleichwohl nicht abhalten lassen, das im indischen Exil lebende tibetisch-buddhistische Oberhaupt zu treffen. Auch den Papst wird die Warnung aus Peking nicht sonderlich beeindrucken. Doch handelt es sich in diesem Fall um eine etwas anders gelagerte Angelegenheit. Politisch wird sich der Pulverdampf in absehbarer Zeit legen; der Vatikan aber produziert keine Autos, keine Transrapidstrecken und kauft kein chinesisches Spielzeug. Mit ihm kann man, wenn man will – und die Beispiele der Vergangenheit zeigen es – leichter umspringen. Es könnte die Katholiken in der Volksrepublik treffen, nicht die „staatlich anerkannten“ sondern jene, die vor allem ihre Treue zum Papst betonen, die so genannte „Untergrund-Kirche.“

__(’weiterlesen »’)

Kommentar