Mein Gewissen ist die Wahrheit (Folge 7)
Die Krake Geheimdienst greift um sich __(’weiterlesen »’)
Es gab im Leben der Tschechen und Slowaken unter dem Roten Stern keinen Lebensbereich, ob privat oder gesellschaftlich, in den die „Krake Staatssicherheit“ nicht eindrang, immer unter dem Vorwand, doch nichts anderes zu tun, als die Errungenschaften des Sozialismus gegen die „Feinde der Republik“ zu schützen, ein System zu verteidigen, das doch nur „Gerechtigkeit für alle“ bringe und darauf zu achten, dass jeder Bürger sich dieser neuen Zeit entsprechend anpasse. Wie der Historiker Prokop Tomek, Mitarbeiter des Prager Innenministerium für die Aufarbeitung der Geschichte des StB, erklärt, ging das Regime vor allem in der Anfangszeit, Ende der vierziger/Anfang der fünfziger Jahre, äußerst rücksichtslos gegen politische Gegner vor. Vorbild für die tschechoslowakischen Geheimdienste war der „große Bruder“, der sowjetische KGB. Von den Moskauer Genossen lernte man die Methoden, nach denen die „operativen Maßnahmen“ abliefen, ob Bespitzelung, Verhaftung und Verhör oder Desinformation und Diversion. Auch brutalere Methoden gehörten zum Repertoire, bis hin zu Entführungen missliebiger tschechischer und slowakischer Bürger im Ausland. Die Stasi hatte es insbesondere auf Emigranten abgesehen. Auch vor der Liquidierung von Personen schreckten die Sicherheitsorgane offenbar nicht zurück, worauf spätere Aussagen von Zeitzeugen hinweisen. (1)