Mein Gewissen ist die Wahrheit (Folge 11)
Kirche im Fadenkreuz der Geheimdienste
Abertausende Schriftstücke, von den kommunistischen Sicherheitsorganen nach dem großen Knall, hinterlassen, ermöglichen Einblicke in Wesen und Praxis der Spionage-Apparate des politisch-ideologischen Systems. Wenn nicht gerade prominente Namen oder spektakuläre Fälle aus den Unterlagen gefischt werden, hält sich das Interesse der Öffentlichkeit vermut-lich in Grenzen. Neben der Auswertung der „brisanten“ Materialien, wie Abhörprotokolle, Gesprächsnotizen über abgeschöpfte Quellen, so genannte „Informationen“ über Situationen und Ereignisse, verdienen Analysen, die bisweilen Buchumfang erreichten, der besonderen Aufmerksamkeit.
Dem Ausgang des 40 Jahre währenden Ost-West-Konfliktes verdankt die wissenschaftliche Forschung die einmalige Gelegenheit, in die Schattenwelt von Geheim- und Nachrichten __(’weiterlesen »’)
dienste vorzudringen. Selbst wenn diese sich vornehmlich die linke Seite des Eisernen Vorhangs betrifft, so spiegelt sich in gewisser Weise auch die weiterhin abgedeckte
Wirklichkeit der Gegenseite. Was hat sich nach dem Ende des Kalten Krieges geändert? Kaum ein Tag, an dem nicht aus irgendeinem Winkel der Welt vom Tun und Treiben irgendwelcher Geheimdienste berichtet wird. Neue Techniken der Überwachung, die ins Unermesslich wachsende globale Kommunikation im Cyberspace – das Übergreifen einer Bespitzelungs-Manie auf den zivilen Sektor etwa in der Privatwirtschaft – lassen die Welt wie ein riesiges Spinnennetz erscheinen, in dem selbst der unbescholtene Bürger um seine Privatheit fürchtet, das Vertrauen in den Schutz seiner Privatheit verliert.