Mein Gewissen ist die Wahrheit (Folge 33)

„Der Kurs war auf Vernichtung“

„Wenn eine Nation ihr historisches Gedächtnis verliert, geht sie neuen Katastrophen entgegen.“

Vaclav Havel, Bürgerrechtler und Präsident der ersten demokratischen Republik der Tschechoslowakei, nach der „Samtenen Revolution“ von 1989.

„Prag, Karlsbrücke, Blick auf den Burgberg. © Foto: : Werner Kaltefleiter

Deutsche, Tschechen und Slowaken sowie die anderen Ethnien in diesem Teil Europas sind miteinander verwoben. Sie blicken auf eine gemeinsame Geschichte zurück, in der öfter das Schwert als der Palmenzweig Regie führte. Zu den dunkelsten Kapiteln der Vergangenheit zählen die Jahre der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft und der sowjetkommunistischen Diktatur. Dem Wunsch nach Versöhnung und der Bitte um Vergebung tritt immer wieder die Erinnerung entgegen. Wunden mögen vernarbt sein, aber sie melden sich schmerzhaft zurück, wenn das „Wetter“ umschlägt, um dies mit einem medizinischem Phänomen zu vergleichen. Der ehemalige Bundeskanzler Helmut Schmidt stellte im Herbst 2008 fest: „ Das Verhältnis zwischen den Polen und den Deutschen ist nicht sehr gut, das Verhältnis zwischen den Tschechen und den Deutschen desgleichen.“ (1).

Warum gestalten sich die Beziehungen so schwierig? Es mag viele Anlässe geben, wie die Geschichte lehrt, bei kleinen Streitereien, wie sie unter Nachbarn offenbar unvermeidlich sind, ob im Privaten oder in der „großen Politik. Alte und neue gesellschaftliche Vorurteile können die Atmosphäre vergiften. Und schließlich, auf hoher Ebene, diese und jene internationalen Bündnisverpflichtungen, die dann und wann, wohl oder übel, die einen und die anderen, in Konflikte hineinziehen.

Der Prager Philosoph Jan Sokol, Stimme der Aussöhnung zwischen Tschechen und Deutschen, (2) bemerkte in einem Gespräch mit dem Autor, als wir vom Hradschin auf die Stadt an der Moldau schauten, in der doch auch große Geister Brücken zwischen den Kulturen errichtet haben: „Unter Nachbarn sind die Beziehungen immer etwas schwieriger. Mit Kolumbien hatte die CSSR nie Probleme. Auch der Größenunterschied spielt eine Rolle.“

In einem Abriss der Geschichte der Tschechoslowakei, von den Nachkriegsjahren bis zu den „August-Ereignissen“ von 1968 markiert Jan Sokol einige der Wendepunkte. Zunächst aber erinnert er daran, wie „die Befreiung durch die sowjetische Armee“ als „echte Befreiung mit tiefgreifender Wirkung“ verstanden wurde. Dieses Votum erinnert an einen Satz aus Peter Härtlings Roman „Alter John“, dessen Schlüsselfigur, der Großvater, die Befreiung aus deutscher Kerkerhaft durch Rotarmisten als „Befreiung aus der Hölle“ empfand, zu einem Zeitpunkt allerdings, als er noch nicht wusste, was die Kommunisten mit den Tschechen machen würden, politisch und mit den politisch Verfolgten.

Der Ausgang des Zweiten Weltkrieges mit dem Unterngang der Hitlerdiktatur hatte für Tschechen und Slowaken das „Debakel“ von 1938/39, d.h. das Münchener Abkommen, die Zerschlagung der Tschechoslowakei, die Separation der Slowaken in einen Vasallenstaat von Hitlers Gnaden und die Unterwerfung der „Resttschechei“ in ein „Reichsprotektorat“ beendet.

Auf Schuldenliste, die den Deutschen noch zu präsentieren war, standen „hunderttausende von Opfern“. Wer konnte „die unglaublichen Schrecken der Konzentrationslager“ vergessen.
Niemand niemals! Schon in der Vorkriegszeit haben „der Wind von links geweht“, schreibt Sokol, „mit einer starken linken und zum Teil auch kommunistischen Bewegung.“ So habe Stalin seines künftigen Erfolgs in der damaligen Tschechoslowakei sicher sein können. Es bedurfte keiner Bajonette, die das Regime von 1948 stützten.


Nationalkommunismus an der Moldau auf der 100-Kronen-Note: Auf der Vorderseite das klassische Pragmotiv: Karlsbrücke, Hradschin, überragt vom St. Veitsdom – auf der Rückseite der zweite Nachkriegspräsident der Tschechoslowakei, der Kommunist Klement Gottwald, der nach dem Rücktritt von Edvard Benes von 1948 bis zu seinem Tod im Jahr 1953 das Amt übernahm. 1960 erklärte sich der Staat zur Tschechoslowakischen Sozialistischen Republik (CSSR) © Fotos: Werner Kaltefleiter

Nach dem Abzug der Roten Armee im Jahr 1946 stand „kein russischer Soldatenstiefel zwischen Erzgebirge und Karpaten“, bis 1968. Jan Sokol übersieht nicht die „Kehrseite“ der „Befreiung“, die „dunkle Zeit echter und zielbewusster Verfolgung.“. Er legt wie mit einem scharfen Messer die fauligen Seiten des roten Paradies-Apfels frei: Sie bilden sich ab in den ersten Schauprozessen nach der kommunistischen Machtübernahme, gegen jene gerichtet, die als „Staatsfeinde“ und ideologische Gegner des Regimes ausgemacht wurden: politische Oppositionelle, auch „Dissidenten“ aus den eigenen Reihen sowie aus dem kirchlichen Bereich der Klerus, vor allem Bischöfe und Ordensleute aber auch engagierte Laien. Jan Sokol: „Der Kurs war auf Vernichtung.“

Dann kam die „Zeit der Lockerung“, die „verführerischen“ 60er Jahre. „Aufgeklärte“ Parteimitglieder, nicht zuletzt aus dem Kreis der Intellektuellen, suchten – ohne dem Kommunismus den Laufpass zu geben, eine Rückkehr zur reinen Lehre, deren äußere Gestalt „menschliche Züge“ annehmen sollte. Jan Sokol schreibt: Die Kirche habe sich zwar weiterhin in einem „Zustand der Belagerung“ befunden. „Aber der Wind blies weniger scharf“.

Man konnte leichter ins Ausland reisen. Allerdings nur innerhalb des Ostblocks. Für Christen öffneten sich neue Möglichkeiten, sich auf ökumenischer Ebene zu begegnen. Auch aus Rom schien ein neuer Wind zu wehen, „ließ Hoffnung keimen“. Einige Bischöfe durften mit staatlicher Erlaubnis nach Rom reisen, um am Zweiten Vatikanischen Konzil teilzunehmen. Eine solches „Entgegenkommen“ der Partei wurde schon als ein Zeichen einer Entspannung im Staat-Kirche-Verhältnis gewertet. Muss der „Fall Beran“ aus dem Jahre 1965 in diesem Kontext gesehen werden – der Kardinalspurpur für den Prager Erzbischof Josef Beran (ohne Widerspruch der Staatsmacht); seine „Reiseerlaubnis“ für einen Rom-Aufenthalt, ohne Rückkehr in seine Heimat, denn zwischenzeitlich erfolgte eine Ausweisung durch das Novotny-Regime.

War der tapfere Beran zur „Belastung“ in den zwischenstaatlichen Beziehungen geworden, die „Lösung“ das Opfer auf dem Altar der neuen vatikanischen Ostpolitik unter Paul VI.? Gehörte ein nachsichtiger Umgang mit den „Friedenspriestern“, den „schlimmsten Kollaboranten“ hohe Auszeichnungen umzuhängen, zur vatikanischen Strategie des modus vivendi. Römische Interessen und örtliche Realitäten blieben, ob Prag, Warschau oder Budapest betreffend, bisweilen widersprüchlich und beiderseits uneinsichtig.

Nach Josef Beran übernahm Frantisek Tomásek, der geheim geweihte bisherige Weihbischof in Olmütz, als Apostolischer Administrator den Prager Stuhl. „Auf ihn ruhte die Hauptlast der Verantwortung für die Kirche während des Prager Frühlings“, schreibt Jan Sokol.

Die politischen Wetterbedingungen hielten, von temporären Klimaschwankungen abgesehen, an. Man hatte seine Kleidung entsprechend angepasst, anders ausgedrückt: Christen, hier die Katholiken, hielten sich an die in der Familie gepflegte Ordnung, zum Beispiel sonntags Besuch des Gottesdienstes. Darüber hinaus aber „absolute Unauffälligkeit“. Jan Sokol bemüht in diesem Zusammenhang ein bekanntes tschechisches Sprichwort, wonach man sich „sogar an den Galgen gewöhnen“ kann. Hören wir da etwa den braven Soldaten Schwejk heraus?

Zusammengefasst: Die Erwartung, dass der Putsch von Februar 48 schon im Herbst platzen würde, habe sich als frommer Wunsch erwiesen, schreibt Sokol. Die Kommunisten hätten sich etabliert. Die harte Probe der fünfziger Jahre habe man jedoch gut bestanden. Aus dieser Prüfung seien „Tausende von unbekannten Helden“ hergegangen. Im Verlauf der kommenden Jahre milderte sich der Druck der Staatsmacht, auch die Oberaufsicht verhielt sich eher zurückhaltend. „Der russische Bär mochte brummen, aber er zeigte seine Tatzen nicht“.

Die Welt, von zwei Supermächten umklammert, setzte auf Entspannung und friedliche Koexistenz, ein Hauch, der auch die Menschen zwischen Böhmerwald und Riesengebirge, Erzgebirge und Hoher Tatra erfasste. Das würde nicht ohne Folgen für die gesellschaftliche Position der Kirche bleiben. Wie sollten gläubige Christen dem politischen Regime begegnen. In dauerhafter Konfrontation? „Die Katholiken gerieten ins Schwimmen“, stellt Jan Sokol fest. Da sei nicht mehr „die Abwehrmauer, die Solidarität des Leidens wie unter der Verfolgung in den 50er Jahren“ gewesen.

Welcher Kommunismus stand der Kirche jetzt entgegen?, fragt Sokol im Blick auf diese mittleren Jahre. Gewiss, es lebten noch „die Apparatschiks, die einem das Leben mehr oder weniger schwer machten“. Aber das seien „keine überzeugten Kommunisten“ gewesen, „mit denen man sich nicht um den Kern ihrer Orientierung streiten musste“. Mochten diese auf Parteitagen pflichtschuldige Lippenbekenntnisse ablegen, man hätte sie dennoch wohl nicht als „ideologische Feinde“ bezeichnen wollen. Die Dogmatiker hatten das Exil gesucht, andere waren selbst von den Apparatschiki inhaftiert worden. Fazit: „Hielt man sich als Christ unauffällig, blieb noch etwas zum Leben.“ Der brave Soldat Schwejk im christlich-sozialistischen Alltag. Wiederum nicht ohne Folgen für den Aufbruch, der im so genannten „Prager Frühling“ gipfelt.

Die Dissentenbewegung sei von den meisten Bürgern als etwas „Störendes und Befremdliches“ angesehen worden, meint Sokol. Einer der Gründe: Die Bewegung „wird von ehemaligen Kommunisten“ getragen. Die Veränderungen seien nicht „von unten“ gekommen, anders als im Herbst 1989. Ende der 60er Jahre sei dies Sache der „städtischen Intellektuellen gewesen, „ja sogar eine Prager Angelegenheit“.

Sokol erinnert an die „Initiative einiger entlassener katholischer Häftlinge, die im Mai 68 mit einem Offenen Brief mit rund 140 Unterschriften und „zusammen über 450 abgesessenen Jahren“ die Entwicklung unterstützte und Vergebung und Versöhnung angeboten habe. In Velehrad (3) tagte das soeben gegründete „Werk der konziliaren Erneuerung“, eine von dem Prager Psychologe Jiri Nemec ausgehende Laieninitiative, die im weiteren Verlauf von den Bischöfen unterstützt wurde. Auch „der erste Gedanke“, der zur Charta 77 geführt habe, sei von Nemec gekommen. Sokol bleibt kritisch, schont weder die Geschichte noch die Personen, die in dieser Zeit handeln. Da ist die Enttäuschung besonders über „die Anführer von 1968“, also aus der Zeit des Schriftstellerkongresses von 1967 und der Monate bis zur Sowjetintervention, „die das Ganze desavouieren“. Es sind für ihn auch jene, die – anders als der Prager Jan Sokol – „ein Leben im Westen vorziehen“. 200 000 Exulanten hätten einen
„gesellschaftlicher Aderlass“ verursacht.

Den dunklen Nächten und schweren Tagen folgt ein neuer Morgen. Aus Polen die „Solidarnosc“, aus Moskau die „Perestrojka“ – wie ein „Weckruf“ holt sie die Menschen an der Moldau aus ihrer Dämmerung. Im eigenen Land bewegt sich etwas. 150 000 Pilger machen sich 1985 auf nach Velehrad. Statt Beifall hinter verschlossenen Türen ernten Parteiredner auf offenem Feld gellende Pfiffe. Eine halbe Million Unterschriften werden als Petition für Religionsfreiheit an die Staatsmacht adressiert.

Auf dem Wenzelsplatz: Ehre den Opfern der Zwangsherrschaft – Auf der Prager
Burg: Wachablösung vor dem Präsidenten-Palast. © Fotos: Werner Kaltefleiter

Am 12. November 1989 spricht Papst Johannes Paul II. die tschechische Königstochter Agnes von Böhmen heilig. Ihr Leben war von Frömmigkeit und Dienst an den Armen gekennzeichnet. Die einzige Ordensgemeinschaft böhmischen Ursprungs, die Kreuzherren vom Roten Stern, geht auf Agnes zurück. Ein Zeichen aus Rom, am Vorabend jener Wochen, in denen das noch in einem gemeinsamen Staat vereinte Volk von Tschechen und Slowaken in eigener Sache entscheidet.

Der politischen und gesellschaftlichen Renovierung gehen Ortsbesichtigungen voraus. Der Flurschaden ist unübersehbar. Die Kirche, traditionell stärker in den ländlichen Gebieten als in den Städten verwurzelt, ist von einem Kahlschlag getroffen. Eine Statistik lässt vor dem Ausmaß erschrecken, die das Wüten der kommunistischen Gesinnungslehre hinterlassen hat. So gilt die Tschechische Republik mit ihren rund 10,2 Millionen Einwohnern als eines der meist säkularisierten Länder der Welt. Gemäß einer Volkszählung aus dem Jahr 2001 sind 59 Prozent der Gesamtbevölkerung ohne Bekenntnis. Die Katholiken machen rund 26,8 Prozent
an der Bevölkerung aus, die Protestanten stellen einen Anteil von 2,1 Prozent.

Wie bei dem langen und oft steinigen Weg der Aussöhnung mit Franzosen und Polen gehen auch Tschechen und Slowaken auf die Deutschen zu. Pfarrgemeinden, christliche Organisationen und Konferenzen leisten Schrittmacherdienste.

Der Prager Erzbischof Kardinal Frantisek Tomásek, rief die Menschen im eigenen Land zur Rückbesinnung auf. In einer Stellungnahme (am 11. Januar 1990) zu den Zwangsmaßnahmen, „die sich gegen die Deutschen in der Tschechoslowakei richteten“, bezeichnete er diese als „Akte der Rachgier und der Verfolgung“. Sie bildeten einen „Schandfleck auf unserer nationalen Ehre“. Dieses Wort traf sich mit einer Äußerung von Staatspräsident Vaclav Havel, der die Vertreibung eine „zutiefst unmoralische Tat“ nannte. Auf deutscher Seite reagierten die Bischöfe mit einer Erklärung „zur Versöhnung mit dem tschechischen Volk“ unter der Überschrift „Die Wahrheit und die Liebe machen uns frei“.

Am 8. März, auf der Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Augsburg beschlossen die Teilnehmer einstimmig ein Dokument, das sich mit „Scham“ zu dem schuldhaften Verhalten auch vieler Christen in den Jahren der beiden Diktaturen bekennt.
Die Wunden, die deutsche Anmaßung den Nachbarn zugefügt hat, lässt die Erklärung des Episkopats an einigen Punkten deutlich werden: Missachtung des Selbstbestimmungsrechtes des tschechischen Volkes, Bedrohung seiner nationalen Existenz, Unterdrückung während der Okkupation; Missbrauch des Verlangens des slowakischen Volkes nach nationaler Eigenständigkeit für die Zwecke der Machtpolitik der nationalsozialistischen Führung, Unrecht an Tschechen durch erzwungene und geplante Umsiedlung seit 1938. Und, fürchterlicher als alles andere: die Ermordeten und Vertriebenen des nationalsozialistischen Terrors. Die Oberhirten der Berliner Bischofskonferenz ergänzten dieses mutige, vermutlich nicht ungeteilte Zustimmung (etwa seitens der Uneinsichtigen) findende Bekenntnis, in dem sie „zutiefst“ die Teilnahme der Nationalen Volksarmee der DDR an der gewaltsamen Unterdrückung des „Prager Frühlings“ im August 1968 bedauerten.

Was bliebe zu sagen am Ende dieser Dokumentationsreihe, die sich nicht als ein spätes Tribunal versteht, sondern von dem Bemühen geleitet ist, der Wahrheit zu dienen. Nicht einer beliebigen Wahrheit. Die Antwort bündelt sich in dem Brief, mit dem die Bischöfe der katholischen Kirche in der (noch gemeinsamen) Tschechischen und Slowakischen Föderativen Republik am 5. September 1990 ihrer deutschen Amtsbrüdern antworteten.
Ihre Botschaft überschrieben sie mit der Zusage, die Wunden heilt, Gräben aufhebt und Zäune niederlegt: „Christus ist unsere gemeinsame Hoffnung“. (4)

Fußnoten:
1) Der ehemalige Bundeskanzler Helmut Schmidt in der Zeit v. 30. Oktober 2008 „Was uns wirklich angeht – und was nicht“. Politik, S. 3)

2) Prof. Jan Sokol (Jg. 1936). Philosoph, Phänomenologe; der früheren „politischen Umstände“ wegen, gelernter Goldschmied, Mechaniker, Mathematiker (Programmierer im Forschungsinstitut für mathematische Maschinen), Übersetzer. Mitunterzeichner der „Charta 77“ , Mitarbeit an einer ökumenischen Bibelübersetzung 63-79; nach der Wende von 1990-92 Stellvertretender Vorsitzender des Parlaments der CSFR, 1998 Bildungsminister der Tschechischen Republik. 2003 parteiloser Kandidat für das Amt des tschechischen Staatspräsidenten. Pro-Dekan (und Mitbegründer) der Humanwissenschaftlichen Fakultät an der Karlsuniversität in Prag und Vize-Dekan für Internationale Beziehungen. vgl. auch Jan Sokol: Zeugnis und Abkapselung. „Concilium“ Nr. 36/3, Juni 2000 – Internet-Fassung vom 21. Juni 2007.

3) Velehrad (Welehrad) – bedeutendes mährisches Wallfahrtszentrum. Herrschersitz in der Zeit des Großmährischen Reiches, im 13. Jahrhundert Zisterzienserkloster, von Kaiser Joseph II. im Jahre 1784 aufgelöst. Höhepunkt im April 1990 der Pastoralbesuch von Papst Johannes Paul II. Am Gottesdienst unter freiem Himmel nahmen eine halbe Million Gläubige teil. In Velehrad werden Kyrill (Konstantin) und Methodius (erster mährischer Bischof) verehrt. Die aus Thessaloniki stammenden Brüder (9. Jh.) gelten als „Apostel der Slawen“ und „Patrone Europas“, 1980 von Johannes Paul II. ernannt. Der „polnische Papst“ machte die Annäherung zwischen den Kulturen des Ostens und des Westens zu einem besonderen persönlichen Anliegen. Europa müsse mit „zwei Lungenflügeln“ atmen.

4) Quelle: Stimmen der Weltkirche. Nr. 30. Worte der Versöhnung. Erklärungen der Bischöfe Deutschlands und der CSFR. Hrsg.: Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz. 5. September 1990. Bonn.

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