Archiv des MonatsJanuary, 2009

Der Neue russische Patriarch Kyrill und die Beziehungen zum Papst

Analysen und Zitate aus einem Interview mit dem damaligen Metropoliten Kyrill

Kyrill (Wladimir Michailowitsch Gundjajew), Metropolit von Smolensk und Kaliningrad, (dem ehemaligen Königsberg), wurde am 27. Januar 2009 zum Nachfolger des am 5. Dezember 2008 verstorbenen Alexij II. zum 16. Patriarchen von Moskau und der ganzen Rus´ (so der Titel des Oberhauptes der Russischen Orthodoxen Kirche) gewählt. Ähnlich dem Papstamt eine Wahl auf Lebenszeit. Als Patriarch nahm der Gewählte den Namen Kyrill I. an.

Das Moskauer Patriarchat wurde 1589 errichtet und bildet, mit derzeit 100 Millionen Mitgliedern, die größte der 15 autokephalen Kirchen der Orthodoxie.

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Kommentar

Geheimorganisation Ergenekon in der Türkei angeklagt

Bezüge zum Papstattentat und zur Situation der christlichen Minderheit

Düstere Nachrichten aus der Türkei, undurchsichtig und beängstigend. Ein geheimes, und doch nicht so geheimes Netzwerk, liefert das Szenarium, Offiziere im Un-Ruhestand, Politiker, Journalisten, auch „Auftragskiller“ und „Halbweltgrößen“, ein bunte Mischung quer durch Militär, Justiz und die Gesellschaft, übernehmen die Rolle in dem Stück vom „kranken Mann am Bosporus“. Den Stoff liefern Ideologien, Rivalität zwischen so genannten „säkularen“ Kräften, nationalistischen und islamisch-fundamentalistischen. Im Mittelpunkt der Auseinandersetzungen steht auf der einen Seite eine angeblich konspirativ gegen die jetzige politische Ordnung operierende Geheimorganisation namens „Ergenekon“, nationalistisch und kemalistisch orientiert; auf der anderen Seite die islamisch orientierte Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung AKP.

Vor einigen Monaten begannen „Verhaftungswellen“ gegen angebliche Mitglieder der „Ergenekon“. Im Oktober vergangenen Jahres wurde vor einem Antiterror-Gericht ein strafrechtliches Verfahren eingeleitet, aktualisiert durch Festnahmen vor wenigen Tagen. Den Beschuldigten wird Mitgliedschaft in der als „Terrororganisation“ bezeichneten Gruppierung vorgeworfen. Sie sollen ferner einen von langer Hand vorbereiteten Putsch geplant haben, um die von der AKP getragene Regierung Erdogan zu stürzen und die innenpolitische Lage zu destabiliseren. Auf diese Weise suchten sie, die Streitkräfte, die sich als Hüter des kemalistischen Erbes betrachten, zu einem Eingreifen zu provozieren. (1)

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„Operation Walküre“ – deutsche Anmerkungen zu einem amerikanischen Film

“Walküre“ ist nun auch in deutschen Kinos angelaufen, wobei man als Titel das Codewort des Widerstandskreises um Stauffenberg und nicht die anglisierte Version gewählt hat. „Valkyrie“ assoziiert wohl eher germanisches Walhalla als SS-Runenzeichen. Für amerikanisches Publikum vielleicht ausreichend. Für Geschichtsbewusstes deutsches Publikum sollte es dann doch der Deckname sein, der ursprünglich als Einsatzbefehl für das Ersatzheer der Wehrmacht bei einem etwaigen Aufstand im Inland vorgesehen und von der deutschen militärischen Opposition am 20. Juli 1944 zur Tarnung der Aktionen nach dem (missglückten) Anschlag auf den Führer und die Wehrmachtsspitze in der „Wolfsschanze“ übernommen worden war.

Was der Film aus den Hollywood-Studios verspricht und was er nicht hält, hat bereits im Vorfeld die Feuilletons beschäftigt: die Diskrepanzen zwischen facts und fiction, bis hin zur mangelnden Detailgenauigkeit dokumentierten Wissens. Noch mehr beschäftigte die Frage, ob Tom Cruise, nach seinen Auftritten als missionierender Scientologe, für die Hauptrolle geeignet sei – in einem Land, in dem kleine Gedankenpolizisten und konfessionellen Wahrheitswächter immer noch Meinung machen, als ob ein Sektenmitglied ebenso wenig darstellender Künstler sein dürfte, wie ein Katholik nicht in die norddeutsche Küstenlandschaft passt, ein Protestant ins Alpenvorland, Juden nirgendwo … die unsägliche Dauerdiskussion wurde soeben erst wieder in einer Fernsehsendung belebt, die man statt „Hart aber fair“ treffender mit „Rüde und unfair“ überschreiben möchte.

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