Deckname: Heilige Allianz Teil II
Geheimagenten im Dienste der Päpste?
Keine andere Gruppierung in der katholischen Kirche stellt sich so radikal gegen Beschlüsse des Zweiten Vatikanischen Konzils und päpstliche Anordnungen der Päpste, wie die Priesterbruderschaft St. Pius X. Ihr „Gründervater“, der französische Erzbischof Marcel Lefebvre, hatte zwar selbst am Zweiten Vatikanum teilgenommen und, obwohl dem konservativen Zirkel um Kurien-Kardinal Alfredo Ottaviani zugerechnet, die Abschlussdokumente mit unterschrieben. Die nachkonziliare Entwicklung führte jedoch zum Bruch, Lefebvre distanzierte sich zunehmend von einem „Aggiornamento“, von dem Johannes XXIII gesprochen hatte, vom „Heutigwerden der Kirche. Er verstand solche „Öffnungen“ als Verrat an der katholischen Glaubenstradition und denunzierte diese Neuerungen als „neomodernistisch“ und „neoprotestantisch“.
„Ökumenismus“ führe von der Kirche weg, da er nicht mehr die Bekehrung der Häretiker und Schismatiker verlange, ist in einem Aufsatz auf einer Webseite der Priesterbruderschaft zu lesen. In einer anderen Stellungnahme wird davon ausgegangen, dass sich auch die Juden eines Tages christianisieren werden. Bedingung für ihre Aufnahme sei aber, dass sie sich für den Gottesmord ihrer Vorväter entschuldigten.
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