Archiv des MonatsMay, 2009

Deckname: Heilige Allianz – Teil VIII und Schluss

Geheimagenten im Dienste der Päpste?

Luigi Poggi war des Papstes „Chefspion“, der die beiden angeblichen vatikanischen Geheimdienst kontrolliert, die „Heilige Allianz“ und das „Sodalitium Pianum“. Dies schreibt Eric Frattini in seinem Buch „The Entity“. Was immer daran zutrifft oder auch nicht, Poggi zählte sicherlich zu den Karriere-Diplomaten des Heiligen Stuhls. Schon nach der Priesterweihe im Jahre 1940 kam er mit dem diplomatischen Dienst in Berührung und arbeitete nach Beendigung seiner spezifischen Studien unter dem Substituten Montini, dem späteren Papst Paul VI., in der ersten Abteilung des Staatssekretariats. Ab 1965 vertrat er den Heiligen Stuhl als Apostolischer Delegat und Nuntius in Afrika und Lateinamerika. Herausragend sind seine Verhandlungen, in heikler Sondermission, mit den kommunistischen Regierungen in Bulgarien, der Tschechoslowakei, Ungarns, Polens und Rumäniens. Dieses Geschick mag den damaligen Krakauer Erzbischof Kardinal Karol Wojtyla beeindruckt und dazu beigetragen haben, dass Poggi 1974 zum Leiter der Delegation des Heiligen Stuhl für ständige Kontakte mit der polnischen Regierung ernannt wurde. In seine Warschauer Zeit fallen die revolutionären Vorgänge, der Widerstand der Arbeiterschaft und der Intelligenz gegen das Regime, die Antwort der Partei und des Militärs und die ersten Anzeichen des kommunistischen Bankrotts.

1986 übernahm er die vatikanische Vertretung bei der italienischen Regierung, gegen Ende seiner Dienstzeit, von 1992 bis 1998 war er „Archivar und Bibliothekar der Heiligen Römischen Kirche“, zunächst als Stellvertreter und dann als Chef, ab 1994 im Rang eines Kardinals.

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