Geheimagenten im Dienste der Päpste?
Eric Frattinis Buch führt, wie schon in den ersten drei Folgen dieser Abhandlung besprochen, zu weitergehenden Überlegungen, nicht zuletzt auch im Zusammenhang mit dem jüngsten Skandal um die Pius-Priesterbruderschaft.
„Duc in altum – Fahr hinaus auf den See“, weist Jesus den Petrus an. (Lk 5.4). Sieht sein Stellvertreter und Petrus-Nachfolger , was ihn in schwerem Wasser erwartet – nicht nur an Minen, die von den Feinden des Glaubens ausgelegt worden sind? Sieht der Admiral des Schifflein Petris auch die Armada an Steuerbord, die da auf Gegenkurs hält, auf den Moment wartend, die Brücke zu entern? Keine Gefahr? Nun auch kleine Prisenkommandos vermögen „große Pötte“ zu kapern. Aber kommen wir dorthin zurück, wo Wachsamkeit geboten scheint, auch ohne Frattinis „geheime Spionage“ und „Spionageabwehr“.
Es ist das Jahr 1963. Ein Theaterstück, von Erwin Piscator in der Berliner Volksbühne uraufgeführt, löst Schockwellen aus: Rolf Hochhuth´s „Der Stellvertreter“. Piscator bezeichnet es als „ein Geschichts-Drama im Schillerschen Sinne“. Im Mittelpunkt Pius XII.. der „versäumte, während des Zweiten Weltkriegs eine öffentliche Erklärung gegen die Massenvernichtung der Juden abzugeben“, wie es im Vorwort des Verlags zu der Taschenbuchausgabe des Bühnentextes heißt. Das „christliche Trauerspiel“ befasse „mit der Politik des Vatikans dem Dritten Reich gegenüber.“ (1)
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