Archiv zur KategorieIm Kreuz die Wahrheit

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Nach Abschluss der Reihe „Im Kreuz die Wahrheit“ sind jetzt auch wieder alle Texte aus dieser Kategorie als Archiv-Version zum gebündelten Lesen verfügbar. Sie können sich die Gesamtfassung anzeigen und auch herunterladen und ausdrucken:

Im Kreuz die Wahrheit
Kirchenkampf im Kalten Krieg
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Kommentar

Im Kreuz die Wahrheit (Folge 13)

Mühsame Bekenntnisse

„Papst Johannes Paul wurde ausspioniert, und wie!“ zitierten Anfang September 2007 die Medien den amtierenden Erzbischof von Warschau Kardinal Jozef Glemp. (1) Moskau sei sehr daran interessiert gewesen zu erfahren, was in Rom vor sich ging, mit einem polnischen Papst auf dem Stuhl des heiligen Petrus, so der polnische Primas. Auch jeder Priester in Polen sei „sorgfältig“ überwacht worden. Für jeden „von uns“ habe es eine Akte gegeben. Niemand sei dieser Beschattung entkommen.

Von einer ersten schweren Erschütterung wurde die polnische Kirche Ende April 2005 getroffen. Die Schreckensmeldung aus Rom: der Dominikanerpater Konrad Stanislaw Hejmo habe jahrelang dem Geheimdienst SB (2) über Vorgänge aus dem Vatikan berichtet, diesen mit Informationen aus der Umgebung des Papstes versorgt. Das polnische Institut für das nationale Gedächtnis IPN (3) sprach von rund 700 Seiten Aktenmaterial, die angeblich belegten, wie der nicht nur gegenüber Journalisten stets auskunftsfreudige Ordensmann, unter den Decknamen „Dominik“ und „Hejnal“ auch die Stasi mit Material versorgte.

Den vorläufig letzten Höhepunkt dieser litterae horribili war die Entlarvung von Stanislaw Wojciech Wielgus, zuletzt Erzbischof von Plock, als Stasi-Informant. Spektakulär sein mit dem Vatikan vorab vereinbarter und dann öffentlich erklärter Rücktritt an dem Tag, an dem er in einem feierlichen Gottesdienst die Nachfolge von Glemp antreten sollte. Der Papst musste wohl auch dem Druck der Öffentlichkeit nachgeben.

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Im Kreuz die Wahrheit (Folge 12)

Ein Signal des Konklaves

Überraschte Zaungäste auf dem Petersplatz und an den Fernsehschirmen rund um den Erdball, weniger vermutlich in einigen Parteizentralen von Washington bis Moskau: Das Konklave hatte sich am 16. Oktober 1978 für einen Polen als Nachfolger von Paul VI. auf dem Stuhl Petri entschieden. Für die Agenten der östlichen Geheimdienste gab es viel zu tun. Auch auf den Schreibtischen der HV A, der Hauptverwaltung Aufklärung des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR bündelten sich die „Informationen“, die von den „Bruderorganisationen“ eingingen, insbesondere von Polen und Ungarn. Ein Papst, der wie kein anderer die Innenseite des sozialistischen Staatsapparates, seine Ideologie und seine Methoden, von Anfang an unmittelbar „kennen gelernt“ hat – man musste auf einiges gefasst sein. Entsprechend fallen die Spitzelberichte aus. „Inoffizielle Mitarbeiter“ nehmen nicht nur den Vatikan ins Visier, für Ostberlin ist von besonderem die Reaktion in Bonn von Interesse. Welche Konsequenzen hat die Wahl auf die vatikanische Ostpolitik im Zusammenhang mit der deutschen Frage?

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Im Kreuz die Wahrheit (Folge 11)

Kirchenkampf der „Tscheka“

Ehemalige Stasi-Offiziere im Rahmen einer Begegnung mit Historikern außerhalb Deutschlands zu Wort kommen zu lassen, hat sich als untaugliches Mittel zum Zweck erwiesen. Eine Gruppe von 60 früheren offiziellen Mitarbeitern der HV A, des Nachrichtendienstes der DDR, war im November 2007 als „Zeitzeugen“ zu einem fachwissenschaftlichen Symposium an der Süddänischen Universität in Odense auf der Insel Fünen eingeladen worden. Die Experten für Aufklärung enttäuschten allerdings die in sie gesetzten Erwartungen. Statt weiter führende Einsichten gaben sie allgemein bekannte Ansichten zum Besten. Von keinerlei Zweifel und Selbstkritik bedrängt, nutzten sie ihren Auftritt in erster Linie zur „Selbstdarstellung“.

Elf Teilnehmer der Ex-Stasi-Delegation hielten Referate, keinen Millimeter von der Linie der Ideologie und des Auftrags des Systems, dem sie gedient hatten, abweichend. „Ohne mikroskopische Einschränkungen“ hätten sie erläutert, „wie erfolgreich, den Frieden sichernd und nicht zuletzt humanistisch“ die HVA gewirkt habe. (1)

Das Zustandekommen einer ähnlichen Konferenz in Deutschland war bereits zuvor gescheitert.

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Im Kreuz die Wahrheit (Folge 10)

Mit Marxisten sprechen?

„Die Idee des Kommunismus, das größte Wohl für die Menschen auf der Erde zu schaffen, ist nicht schlechter, als die Idee des Christentums“, sagt Irina Antonowa in einem Interview, das im September 2007 in einer deutschsprachigen Monatszeitschrift erschien. (1)

Solche Bekenntnisse waren in Zirkeln marxistischer Intellektueller bereits vor dreißig, vierzig Jahren zu hören. Nahmen sie christlichen Theologen die eingeimpfte Berührungsangst vor der „gottlosen“ Theorie, ohne die christlich-biblisch fundierte Lehre zu desavouieren? Nein, gleichsetzen wollte man sich nicht, aber vielleicht konnte man sich an denselben Tisch setzen und herausfinden, ob es gemeinsame Ansätze gab, die Welt besser zu machen, als sie sich darstellte. Jeder nach seiner Facon. Aber war die möglich, ohne die eigene Idee, pardon: das Christus-Vermächtnis zu verraten? Leonardo Boff, einer der Wortführer der lateinamerikanischen Befreiungstheologie verwahrte sich im Frühjahr 2007 scharf gegen die Unterstellung, die Theologie der Befreiung sei marxistisch orientiert.

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Im Kreuz die Wahrheit (Folge 9)

Der Krieg ist tot, der Krieg geht weiter

Im September 1945 war der amerikanische Militärgeheimdienst Office of Strategic Services OSS von Präsident Truman deaktiviert worden. Ihm folgte für einen kurzen Zeitraum die Central Intelligence Group CIG mit den Sondereinheiten Strategic Service Units SSU, die u.a. in Deutschland und Westberlin operierten. Mit dem National Security Act von 1947 wurde die Central Intelligence Agency CIA als ziviler Nachrichtendienst und ein Nationaler Sicherheitsrat (National Security Council NSC zur Unterstützung des Präsidenten) geschaffen.

Eine wichtige Rolle spielt James H. Critchfield, ehemaliger Bataillonskommandeur der US-Army während des Zweiten Weltkrieges in Europa beim Aufbau eines neuen bundesdeutschen Sicherheitssystems, der „Organisation Gehlen“, der Vorläuferin des BND. Anspruch. (1).

Critchfield, 1948 in den CIA übernommen, berichtet in seinem Buch über seine Aktivitäten in Europa, das 430. Bataillon des CIC (2) habe „eine stattliche Anzahl Verbindungen“ zum Vatikan unterhalten.

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Im Kreuz die Wahrheit (Folge 8)

Europas Sicherheit

Paul VI. gibt, liest man das angebliche Wortprotokoll, (dessen Authentizität mehr als zweifelhaft erscheint), den Weltpolitiker. Zu den Gesprächsthemen zählt ebenso die Situation in der Tschechoslowakei nach der sowjetischen Intervention ein Jahr zuvor. Milan Kundera, der 1975 nach Frankreich emigrierte tschechische Schriftsteller, spricht von einer „Annexion“. Man kann mit ihm sagen, dass dieses „Kidnapping“ den gesamten „Ostblock“ der Sowjetideologie unterwarf, dem Moskauer „Kulturimperialismus“.

Cabot Lodge bestreitet, dass die USA im voraus von einer geplanten Militäraktion erfahren hätten – nein, erst hinterher, als man nichts mehr hätte unternehmen können, sei Washington von den Russen unterrichtet worden. (Eine unwahrscheinliche Aussage, die wohl eher dem Gedankengang des polnischen Nachrichtendienstes entsprang. Cabot Lodge dürfte wohl kaum zu dem Eingeständnis bereit gewesen sein, dass die eigene militärischen Aufklärung sowie der CIA versagt haben könnte. Es bleibt auch die Frage, was Cabot Lodge in diesem Zusammenhang tatsächlich dem Papst gesagt hat. Die vatikanischen Archive dürften noch über Jahrzehnte über diesen Vorgang Stillschweigen bewahren.)

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Im Kreuz die Wahrheit (Folge 7)

Zornesblitze aus Peking

Jetzt haben die Roten Mandarine in Peking ihre Zornesblitze auch gegen Papst Benedikt XVI. geschleudert. Er solle sich nur nicht einfallen lassen, dem Dalai Lama die Hand zu geben, warnten sie, etwas salopp zitiert. Im Originalton des Sprechers des chinesischen Außenministeriums klang das diplomatischer aber nichtsdestoweniger unmissverständlich: „Wir hoffen, dass der Vatikan nichts unternimmt, was die Gefühle des chinesischen Volkes verletzt, und Ernsthaftigkeit zeigt, die Beziehungen zu China durch konkrete Schritte zu verbessern“. (1)

Anlass für die Demarche, wenn auch auf unterer diplomatischer Ebene vorgetragen, gab eine noch nicht einmal vom Vatikan bestätigte Meldung, der Papst wolle am 13. Dezember 2007 die höchste weltliche Autorität der Tibeter in Audienz empfangen. Ähnlich Schimpfkanonaden hatte die kommunistischen Führung auf den österreichischen Regierungschef Alfred Gusenbauer, die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und den amerikanischen Präsidenten George W. Bush abgefeuert. Diese hatten sich, der chinesischen Reaktion durchaus gegenwärtig, gleichwohl nicht abhalten lassen, das im indischen Exil lebende tibetisch-buddhistische Oberhaupt zu treffen. Auch den Papst wird die Warnung aus Peking nicht sonderlich beeindrucken. Doch handelt es sich in diesem Fall um eine etwas anders gelagerte Angelegenheit. Politisch wird sich der Pulverdampf in absehbarer Zeit legen; der Vatikan aber produziert keine Autos, keine Transrapidstrecken und kauft kein chinesisches Spielzeug. Mit ihm kann man, wenn man will – und die Beispiele der Vergangenheit zeigen es – leichter umspringen. Es könnte die Katholiken in der Volksrepublik treffen, nicht die „staatlich anerkannten“ sondern jene, die vor allem ihre Treue zum Papst betonen, die so genannte „Untergrund-Kirche.“

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Im Kreuz die Wahrheit (Folge 6)

Die Nixon-Ära

Der folgende Beitrag befasst sich mit Unterlagen, die insbesondere die Beziehungen zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Vatikan während der Ära der Nixon-Administration betreffen. Die nachrichtendienstlichen Aufzeichnungen wird man nicht als Korrektiv einer revisionsbedürftigen wissenschaftlichen Geschichtsschreibung lesen, wohl aber als aus der tagesaktuellen Sicht resultierender Kontext zu historischen Nachbetrachtungen, „post bellum“.

Das Jahr 1968 stand im Zeichen der Präsidentschaftswahlen in den USA und war überschattet von den Attentaten auf Pastor Martin Luther King Jr. (am 4. April), den weltweit bekannten Sprecher der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung und Robert Kennedy, (am 6. Juni), Senator und ehemaliger Justizminister, Präsidentschafts-Kandidat der Demokraten, ein scharfer Kritiker des Vietnam-Krieges. Präsident Johnson, der sich selbst nicht mehr bewarb, hatte die Einstellung der Bombardierung Vietnam zum 1. November ankündigt, was ihm als wahltaktisches Manöver ausgelegt wurde.

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Im Kreuz die Wahrheit (Folge 5)

Wetterleuchten des Kalten Krieges

Der Kalte Krieg ist tot, es lebe der Kalte Krieg, möchte man nüchtern sagen unter den politischen Klimaverhältnissen zwischen (immer noch) Ost und West im Herbst 2007. Sicher, die „russischen Gespräche“ in Wiesbaden (1) standen im Zeichen eines Goldenen Oktobers – aber das war wohl eher für die Schaubühne gedacht, hinter den Kulissen des Gipfeltreffens zwischen Bundeskanzlerin und russischem Staatspräsidenten war ein Wetterleuchten unübersehbar: Washingtons Raketenschild gegen islamistische „Terror-Angriffe“ und die dazu gehörenden geplanten amerikanischen Leitsysteme in Polen und in Tschechien, Irans Spiel mit dem nuklearen Feuer. Angela Merkel schloss Sanktionen gegen Teheran nicht aus und George W. Bush nahm das Wort vom Dritten Weltkrieg in den Mund.

Wladimir Wladimirowitsch Putin wiederum eilte von Wiesbaden aus direkt nach Teheran, um russische Interessen zu vertreten. Er will sich auch nicht mehr an die militärischen Sperrverträge über Truppenkontingente und nukleare Mittelstreckenraketen (KSE und INF) halten. Kaum nach Moskau zurückgekehrt, setzte er noch eins drauf und zielte auf den Krieg der USA im Irak. Sie könnten zwar schießen, aber keine Ordnung schaffen. Nicht genug der Schärfe kündigte er während seiner Bürgersprechstunde per Fernsehen „grandiose Aufrüstungspläne“ an, inklusive „vollkommen neuer nuklearstrategischer Systeme“. (2)

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