In den Fängen der Stasi (Folge 4)
Was Ostberlin besonders interessiert
In die Beziehungen zwischen den politisch-ideologischen und militärischen Blöcken auf europäischer Ebene ist Bewegung gekommen. Nicht zuletzt die Gespräche zur Vorbereitung der Verträge der Bundesrepublik Deutschland mit der Sowjetunion und der Volksrepublik Polen sollen zur Entspannung beitragen und den Zustand des Friedens, der durch die Nicht-Krieg-Situation auf den ehemaligen Schlachtfeldern keineswegs zwangsläufig gesichert ist, stabilisieren. Die diplomatischen Bemühungen, insbesondere die bilateralen Kontakte auf westlicher Seite, beschäftigen selbstredend die politischen Nachrichtendienste auf beiden Seiten. Fast allen Berichten, ob östlicher oder westlicher Provenienz, ist eine charakteristische Praxis eigen: sie erscheinen als ein Amalgam aus Sachinformationen, Einschätzungen und manchen gedanklichen Zutaten, die eher den Intentionen der eigenen politischen Führung entspricht, dieser gewissermaßen „entgegenkommt“, zumal dann, wenn der „Dienst“ seine Erkenntnisse als Erfolgsmeldung vorlegen kann.
So berichten die „Sicherheitsorgane der VR Polen“, Kardinal Wojtyla habe „während seines Aufenthaltes in Rom“ dem Staatssekretariat ein Memorandum Wyszinkis übergeben.
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