Archiv zur KategorieMein Gewissen ist die Wahrheit

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Mein Gewissen ist die Wahrheit
Kirchenkampf in der Tschechoslowakei
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Kommentar

Mein Gewissen ist die Wahrheit (Folge 34)

Zeittafel

1918: Zerfall der Wiener Donau-Monarchie als Folge des Ersten Weltkriegs. Tschechen und Slowaken proklamieren am 28. Oktober den neuen Staat, die Tschechoslowakische Republik CSR (bis 1939), bestätigt durch die Verträge von Saint Germain und Trianon von 1919. Das Staatsgebiet umfasst Böhmen, Mähren, den Großteil von Mährisch-Schlesien, die Slowakei und die Karpato-Ukraine. Ein Drittel der Bevölkerung gehört anderen Ethnien an. 14 Prozent sind deutschsprachig. Die geschlossen besiedelten Gebiete sind unter dem Sammelbegriff Sudetenland zusammengefasst.

Strömungen des Nationalismus begleiten die Geburt das neuen Staates. Die Erste Republik stellt sich zwar als ein multiethnischer Staat vor, den deutschen, ungarischen, ruthenischen und auch den slowakischen Volksgruppen wird jedoch das Recht auf Selbstbestimmung bestritten.

Auf religiös-kirchlichem Gebiet: Los-von-Rom-Bewegung und Nationalkirche in Böhmen. Erstarkung der sozialistischen Idee in der Arbeiterschaft, Folge der engen Verflechtung von „Thron und Altar“ und Nähe der katholischen Kirche zur Bourgeoisie in der Geschichte. In Pilsen, Hochburg der hussitischen Bewegung, tritt die Hälfte der Katholiken aus der katholischen Kirche aus.

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Kommentar

Mein Gewissen ist die Wahrheit (Folge 33)

„Der Kurs war auf Vernichtung“

„Wenn eine Nation ihr historisches Gedächtnis verliert, geht sie neuen Katastrophen entgegen.“

Vaclav Havel, Bürgerrechtler und Präsident der ersten demokratischen Republik der Tschechoslowakei, nach der „Samtenen Revolution“ von 1989.

„Prag, Karlsbrücke, Blick auf den Burgberg. © Foto: : Werner Kaltefleiter

Deutsche, Tschechen und Slowaken sowie die anderen Ethnien in diesem Teil Europas sind miteinander verwoben. Sie blicken auf eine gemeinsame Geschichte zurück, in der öfter das Schwert als der Palmenzweig Regie führte. Zu den dunkelsten Kapiteln der Vergangenheit zählen die Jahre der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft und der sowjetkommunistischen Diktatur. Dem Wunsch nach Versöhnung und der Bitte um Vergebung tritt immer wieder die Erinnerung entgegen. Wunden mögen vernarbt sein, aber sie melden sich schmerzhaft zurück, wenn das „Wetter“ umschlägt, um dies mit einem medizinischem Phänomen zu vergleichen. Der ehemalige Bundeskanzler Helmut Schmidt stellte im Herbst 2008 fest: „ Das Verhältnis zwischen den Polen und den Deutschen ist nicht sehr gut, das Verhältnis zwischen den Tschechen und den Deutschen desgleichen.“ (1).

Warum gestalten sich die Beziehungen so schwierig? Es mag viele Anlässe geben, wie die Geschichte lehrt, bei kleinen Streitereien, wie sie unter Nachbarn offenbar unvermeidlich sind, ob im Privaten oder in der „großen Politik. Alte und neue gesellschaftliche Vorurteile können die Atmosphäre vergiften. Und schließlich, auf hoher Ebene, diese und jene internationalen Bündnisverpflichtungen, die dann und wann, wohl oder übel, die einen und die anderen, in Konflikte hineinziehen.

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Mein Gewissen ist die Wahrheit (Folge 32)

Gottesdienst in Privaträumen galt als Straftat

Dominik Duka (1) erzählt von einem Vorgang, der im Nachhinein nicht ohne gewisse Pikanterie ist, wenn man das Finale der Geschichte vor Augen hat. Eines Tages erhält der Dominikanerpater Besuch: unangemeldet und zu einer Zeit, in der es auf der Straße vor dem Haus mehr oder weniger menschenleer ist. Die Stunde der Geheimpolizei. Uniformierte Beamte der Staatssicherheitsgruppe fordern Einlass in die Wohnung des Ordensmannes. Sie beschlagnahmen Schriften, die in der Untergrundkirche zirkulieren: Samisdat-Material. Ein Agent des Staatssicherheitsdienstes StB überwacht die Aktion. Seinen Pkw, ein Fahrzeug in ziviler Aufmachung, ohne polizeiliche Kennzeichen, hat der Stasi-Mann in einer Seitenstrasse geparkt. Bevor er zu seinem Wagen zurückgeht, hält er P. Duka triumphierend entgegen: „Wir haben gesiegt.“

Im September 1998 wurde Dominik Duka zum Bischof von Hradec Kralové ernannt, der geschichtsträchtigen Stadt mit dem deutschsprachigen Namen Königgrätz. Die Episode, über die er berichtet, geht auf jene dunklen Jahre zurück, über die in den vorausgegangenen Folgen umfangreiches Material zusammengetragen wurde. Schon kurz nach der politischen Wende kam es zu einer ersten Begegnung mit Pater Duka. Seine Erfahrungen mit dem kommunistischen Willkür-Regime in den Jahren nach dem gescheiterten „Prager Frühling“ und der sowjetischen Militär-Intervention sollten in einer Fernsehdokumentation auch einem Publikum „im Westen“ zugänglich gemacht werden. Der Kommentar, der diese Sendung begleitete, ist aus der Zeit der Niederschrift zu verstehen. Er wurde aber nachträglich durch wenige Zusätze ergänzt: (2)

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Mein Gewissen ist die Wahrheit (Folge 31)

Justiz unter dem Roten Stern

„JEMAND MUSSTE Josef K. verleumdet haben, denn ohne daß er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet.“

(Franz Kafka: Der Process. Erstes Kapitel. Erster Satz. Nach dem von Max Brod geordneten und herausgegebenen Manuskriptseiten des Romans, an dem Kafka in den Anfangsjahren des Ersten Weltkrieges geschrieben hat.)


19. September 1949. Ein Zeitprotokoll vermerkt: Abt Anastáz Opasek hatte um zehn Uhr eine Trauung in der Wallfahrtskirche auf dem Weißen Berg und kehrte kurz nach elf Uhr zurück. Nur wenig später verlangten zwei Männer in Zivil an der Pforte der Benediktiner-Abtei Brevnov (Breunau), in einem Außenbezirk von Prag, mit ihm sprechen zu dürfen. Kaum hatte man ihnen das Tor geöffnet, drängten weitere Männer hinein. Insgesamt vierzehn Polizisten waren gekommen, um den Abt zu verhaften.

Pfingstmontag 1991: Die spanische Königin Sophia besucht die Basilika des Klosters. Abt Opasek zeigt der Monarchin seine ehemaligen Privaträume. Er erzählt von seiner Verhaftung. „Lebenslänglich“ habe er bekommen. Die Königin „verwundert“: Was er denn verbrochen habe. In Spanien sei dies die Strafe für jemanden, der einen Menschen ermordet habe. Der Mönch erläutert dem hohen Besuch aus dem fernen Spanien: Die roten Richter hätten ihn zum Spion des Vatikans erklärt, in und acht weitere katholische Geistliche. Am Ende des „Monsterprozesses“, am sechsten Tag der Hauptverhandlung (die vom 27. November bis zum 2. Dezember 1950 dauerte), sei das Urteil gesprochen worden: Von zehn Jahren aufwärts bis zu seinem „Lebenslänglich“. Bis zum Prozess habe er in Einzelhaft gesessen, berichtete der Ordensmann der spanischen Königin. Und diese Einzelhaft sei auch nach der Urteilsverkündigung zunächst beibehalten worden, bis zum Februar des folgenden Jahres. Der Prozess hätten die Kommunisten zwei Monate vorher mit den Inhaftierten „eingeübt.“

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Kommentar

Mein Gewissen ist die Wahrheit (Folge 30)

Ein totalitärer Sicherheitsapparat

Seit 1948, also nach der Machtübernahme der Kommunisten, änderten sich Hauptaufgabe und Zielsetzung der Behörden für „Öffentliche Sicherheit“ im Rahmen der Nationalen Sicherheit entsprechend den ideologischen und politischen Vorgaben der neuen Herren „signifikant“. Nicht nur wurde der Staatspolizei und ihren Agenten ein Katalog neuer Aufgaben übertragen; ihre Methoden und ihre Arbeitstechniken hatten sich an die Prioritäten des kommunistischen Regimes anzupassen. Zwar war hatte die „Nationale Sicherheit“ in erster Linie die „öffentliche Ordnung“ zu verteidigen, kriminelle Aktivitäten zu bekämpfen und nationales wie persönliches Eigentum zu schützen. Allerdings kam es in dieser Zeit, in der ein ganzes Volk in „Polizeigewahrsam“ genommen wurde, kaum zu Störungen der öffentlichen Ordnung oder öffentlichen Äußerungen der Unzufriedenheit (etwa in Verbindung mit der Währungsreform).

Wo sich Unruhe im Volk zeigte, stellte die „Nationale Sicherheit“, sprich Staatspolizei, „Unruhestifter“ kurzerhand „still“ – frei übersetzt aus einem Bericht über die organisatorische Entwicklung der für die öffentliche Ordnung zuständigen Diensteinheiten, die dem Bereich der Nationalen Sicherheit zugeordnet war, bei dem Prager Innenministerium unterstellt. Das Material ist dem Beiträgen des Archivs des Innenministeriums der Tschechischen Republik entnommen. (1) Mehr Aufmerksamkeit verdient, vor dem Hintergrund der Dokumentationsserie, eine weitere Erkenntnis der Untersuchung, die nach der politischen Wende vom Archiv der Regierungsbehörde herausgegeben wurde. Sie stellt fest, die Nationale Sicherheit sei ein integraler Bestandteil des totalitären Sicherheitsapparates gewesen, der mit der Staatssicherheit kooperierte und an verschiedenen Aktionen und Maßnahmen der Staatssicherheitsorgane mitwirkte. Kurz gesagt: Ob Polizei mit ihren diversen Einrichtungen oder Überwachung im In- und Ausland, Nachrichtendienst und militärische Aufklärung und Abwehr – der Sicherheitsapparat war total. Das Netz, das über die Menschen gelegt wurde, machte jedes Entrinnen nahezu unmöglich.

Es ist hier nicht der Ort einen Schematismus der staatlichen Sicherheitsorgane der ehemaligen kommunistischen Tschechoslowakei zu erstellen. Im Verlauf der Jahrzehnte und bis zur Wende ändern sich die Strukturen und Aufgabenstellungen der Dienststellen wiederholt. Aktiv waren die Wachtposten des Systems sozusagen bis zur letzten Minute. In den Archivunterlagen der Prager Staatspolizei, die den operativen Bereich betreffen wurde nach der Wende eine seit 1957 geführte spezielle Sammlung von Unterlagen mit dem Aktenzeichen „Z“ vorgefunden. Allerdings nur in Fragmenten. Die Aufzeichnungen betreffen unter anderem Operationen der Gegenspionage, d.h. verdächtigte Personen und deren Überwachung. Die letzte „reguläre“ Archivierung solcher Materialien in die Ablage „Z“ sei noch im Januar und Februar 1990, also nach dem Ende der kommunistischen Vorherrschaft im Dezember 1989, erfolgt.

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Kommentar

Mein Gewissen ist die Wahrheit (Folge 29)

Die „Firma“ war kein Spass

Was manchen Zeitgenossen besonders witzig zu sein scheint, lässt bei anderen das Lachen gefrieren. So geschehen durch eine Zeitungsmeldung aus Berlin, wonach die Besitzer einer „Kneipe“ in der Normannenstrasse ihr Lokal mit Memorabilia aus der Zeit der Stasi-Herrschaft dekorierten. Über einem Fenster der Spruch „Kommen Sie zu uns – sonst kommen wir zu Ihnen“, daneben ein Zeichen, das dem Emblem des Ministeriums für Staatssicherheit nachempfunden ist, mit der Umschrift „Ministerium für Horch und Guck“. Die Absicht sollte klar erkennbar sein, auch die Ironie in diesem Possenspiel, unter Anspielung auf die Örtlichkeit. Von der Normannenstrasse aus dirigierte Armeegeneral Erich Mielke sein Hundertausendmann-Heer von Agenten und „Inoffiziellen Mitarbeitern“.

Die geschäftstüchtig erfinderischen Gastronomen gaben ihrem Ausschank den anzüglichen Namen „Der konspirative Treff – Zur Firma“. Den Spitznamen haben sie dem Volksmund abgehört. Was sich hinter dieser Bezeichnung verbarg, fanden „DDR-Bürger“ vor nicht allzu langer Zeit alles andere als spaßig. – Einer der Wirte dieser „Kneipe“ wird mit der erstaunlichen Wissensbekundung zitiert: die Staatssicherheit sei „im Endeffekt ein Geheimdienst, genau wie der BND oder der Mossad“ – ein Vergleich also mit dem bundesdeutschen und dem israelischen Geheimdienst. Den sowjetischen KGB, den polnischen SB, den tschechoslowakischen StB, den bulgarischen DS und andere „sozialistische Staatssicherheitsorgane“ hielt er, der Meldung zufolge, offenbar nicht für erwähnenswert. (1)

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Kommentar

Mein Gewissen ist die Wahrheit (Folge 28)

Ein „Perspektivplan“ zur Bekämpfung der Kirchen

Weder der Papst in Rom noch der Präsident des Weltkirchenrats in Genf dirigieren Panzerdivisionen und Luftwaffen-Geschwader und doch gelten sie als feindliche Mächte, nicht nur aus ideologischer Sicht, sondern als weltanschaulich-politischer Komplex und Instrument des westlichen Revanchismus und Imperialismus, voran die USA und deren botmäßiger Verbündeter, die Bundesrepublik Deutschland.

Kein Basisdokument östlicher Geheimdienste, das auf diese Vokabeln verzichtet. Der „Klassenfeind“ mit dem Kreuzzeichen Christi am Revers war also ausgemacht. Ihn zu „bekämpfen“, war Auftrag und Pflicht, wie gängig aus dem Mund von Stasi-Offizieren zu hören war.

Aus dem Archiv der HA XX/4 (dem „Kirchenreferat“ des MfS) ein Dokument vom 19. Februar 1975: Es bezieht sich auf das Symposium, das eine Woche zuvor in Warschau „Genossen der Sicherheitsorgane der Sowjetunion, der VR Polen, der CSSR, der VR Ungarn, VR Bulgarien, der DDR und Kubas“ versammelt hatte. (1) „Behandelt wurden Probleme der subversiven Tätigkeit der Kirchen und Religionsgemeinschaften gegen die sozialistischen Länder“ (Zitat aus dem Protokoll, s.a. Folge 27).

Dem Bericht ist, als Ergebnis der „Beratung“, eine „Perspektivplanung für die koordinierte Zusammenarbeit mit den Sicherheitsorganen der sozialistischen Staaten auf der Linie Kirchen und Religionsgemeinschaften (Linie XX/4“ beigefügt.) (2) Sie wird mit der Behauptung begründet, „daß immer mehr die imperialistischen Kräfte versuchen, (handschriftlich nachträglich hinzugefügt; „bes. von BRD aus“), internationale kirchliche Weltorganisationen verstärkt in den antikommunistischen Kampf einzubeziehen.“ Dies werde „am deutlichsten an der Tatsache, daß spezifische kirchliche Organisationen“ gebildet worden seien, die sich mit dem „koordinierten Vorgehen aller subversiven Aktivitäten gegen die sozialistischen Länder befassen.

Um welche „spezifischen kirchlichen Organisationen“ es sich nach Auffassung der östlichen Geheimdienste handelt und welche „politisch-klerikalen Aktivitäten gegen die (nachgetragen „DDR u.a.“) sozialistischen Staaten“ gemeint sind, wird ebenfalls eingangs festgestellt: an erster Stelle „der Vatikan, speziell das Sekretariat für die Nichtgläubigen“ (richtig: „Nichtglaubenden), „mit Sitz in Wien (nachgetragen: „Kard. König, (gemeint: der Wiener Erzbischof Kardinal Franz König als Präsident des Sekretariats). An zweiter Stelle wird genannt „der Weltkirchenrat, speziell die sog. Koordinierungsstelle der Ostforschung, 2. Welt, nachträglich korrigiert in „Glaube in der 2. Welt. (Schweiz)“

Als „Angriffsrichtungen politisch-klerikaler Aktivitäten“ werden u.a. bezeichnet:

„1. Die zielgerichtete Verbreitung imperialistischer Ideologien, die auf eine Massenwirksamkeit unter der Bevölkerung in“ (nachgetragen: d. DDR u.a.) „in den sozialistischen Staaten hinauslaufen, z.B. Diskussionen über sog. Menschenrechtsverletzungen in den sozialistischen Staaten, Verbreitung von konvergenztheoretischen und pluralistischen Ideologien u.a.“

„2. Verstärkte Einschleusung und Verbreitung religiöser und antikommunistischer Schriften und Literatur.“

Deutlicher als in keinem westlichen Lehrbuch kann das Feindbild des Ostens gegenüber den christlichen Kirchen nicht belegt werden als mit solchen Dokumenten aus den Stasi-Archiven der ehemaligen DDR.

Christliche Organisationen im Dienst der Stasi

Aufschlussreich auch die Beschreibung der „Hauptaufgaben“ für das „gemeinsame Vorgehen aller sozialistischen Länder“. Zunächst sollen „2 von den sozialistischen Staaten geschaffene christliche Organisationen, die den Friedenskampf der sozialistischen Staaten unterstützen“, in die Maßnahmen einbezogen werden. Die sind die Prager „Christliche Friedenskonferenz“ und die „Berliner Konferenz katholischer Christen aus sozialistischen Staaten“. Mit ihnen sollen „ständige multilaterale Beratungen“ zum gemeinsamen Vorgehen vorgenommen werden, „für die Erhöhung der Wirksamkeit“ dieser Organisationen. – Wer diese Zeilen liest und die 70er Jahre in Erinnerung hat, dem sind gewisse Sympathien und Sympathisanten Westeuropas, die sich um intensive „Dialoge“ mit diesen Kreisen bemühten, durchaus gegenwärtig.

Auf die CSSR bezogen, dem Kernthema dieser Serie, sollen mit den „Sicherheitsorganen“ (also dem StB) gemeinsame Maßnahmen „zur Aufklärung feindlicher Pläne und Absichten gegen politisch-klerikale Kräfte in der BRD und Westberlin,…die eine verstärkte Tätigkeit zur Unterwanderung und Störung der „Christlichen Friedenskonferenz“ organisieren“, beraten und abgestimmt werden.“ In einem weiteren Arbeitspapier wird dieser Auftrag spezifiziert: „Koordinierung gemeinsamer Maßnahmen gegen Personen der BRD, die in der CFK“ (gemeint: die Christliche Friedenskonferenz) eine Schlüsselposition einnehmen und von denen bekannt ist, daß sie die CFK benutzen, um in der CSSR feindlich tätig zu werden.“

Ferner sollen gemeinsame Maßnahmen „zur operativen Kontrolle über illegale Zusammenkünfte sog. Wehrdienstverweigerer aus der DDR und der BRD in der CSSR“ festgelegt werden sowie gemeinsame Maßnahmen „gegen die Kurier – und Zersetzungstätigkeit der Zentrale der „Zeugen Jehova“ in Wiesbaden, die in der CSSR Treffen mit leitenden Funktionären aus der DDR organisiert.“ Der Kalte Krieg gegen Glauben und Religion richtete sich also nicht nur gegen die christlichen Großkirchen. Als Termin zur Erledigung dieser „Hauptaufgaben“ wird das „III. Quartal 1975 in Berlin“ vorgegeben, also die nächste gemeinsame Arbeitssitzung der für die Überwachung und Bekämpfung der Kirchen und Religionsgemeinschaften zuständigen Abteilungen der kommunistischen Staatssicherheitsorgane.

Eine „kirchliche Feindorganisation“

Der ideologische Kalte Krieg hat in dem Jahrzehnt nach dem Einmarsch in Prag wieder volle Fahrt aufgenommen. Das MfS schießt sich vor allem auf die als „kirchliche Feindorganisation“ bezeichnete „Ostpriesterhilfe“ in Königstein ein. Diese Aktion verbindet sich mit dem katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“, das in der Nachkriegszeit von dem niederländischen Prämonstratenserpater Werenfried van Straaten gegründet wurde und sich im Verlauf der Jahre auf die Kirchen in Osteuropa konzentrierte. (3)

Besondere „Aufmerksamkeit“ findet in den 80er Jahren der Präfekt der Kongregation für die Glaubensverbreitung („Propaganda Fide“), der slowakische Kurienkardinal Josef Tomko. (4) Dieser sei für seine negative Haltung gegenüber den sozialistischen Staaten, darunter auch Ungarn bekannt. In der „Information“ des ungarischen Nachrichtendienstes wird Tomko (wie auch Erzbischof Eduardo Somalo Martinez (5) aus dem Staatssekretariat) als mögliche Nachfolger von Kardinalstaatssekretär Sodano genannt. Beide hielten sich an den Kurs des Papstes. Tomko gehöre „zum engen und vertraulichen Kreis des Papstes.“ (Nachfolger Casarolis wurde Angelo Sodano (6). Die in Rom platzierten Agenten der östlichen Spionage gaben wohl nicht viel mehr als die in den italienischen Medien sozusagen täglich gehandelten Produkte aus dem vatikanischen Kaffeesatz weiter. Als Beleg für bestimmte „operative Maßnahmen“ verdienen sie eine gewisse Beachtung. (7)

Wien – zentraler Verkehrsknotenpunkt europäischer Wechselbeziehungen von West nach Ost und umgekehrt, Drehscheibe der Begegnungen, Erinnerungen an die Donaumonarchie, Linien werden ausgezogen nach München, Paris, Rom – nach Pressburg, Prag, Berlin, Warschau, nach Budapest, Bukarest und Sofia. Schauplatz für die große Welt und für die im Dunkeln. Orson Welles spielt den Dritten Mann. Szenarium für manchen Spionagethriller. Europäische Geschichte an jedem Platz in jeder Gasse. Auch die dunkelsten Seiten kommen ins Gedächtnis.

An der Außenfassade links vom Eingang vom Hawelka in der Dorotheergasse – etwas verblichener Glanz der Wiener Literaten und Malerszene – erinnert eine Schrifttafel an Adolf Frankl, geboren 1903 in Pressburg, gestorben 1983. Frankl und seine Familie werden im September 1944 verhaftet. Er wird zunächst in das slowakische KZ Sered eingeliefert. Zu dieser Zeit stand der katholische Pfarrer Josf Tiso an der Spitze eines Staates von Hitlers Gnaden. Anfang November wird er nach Auschwitz-Birkenau transportiert. Er überlebt in der Typhus-Baracke des Außenlagers Stará Kuznia (Althammer). Die Bilder, die sich ihm eingebrannt haben, er muss sie malen. Es sind Gefühlsausbrüche. „Visionen aus dem Inferno – Kunst gegen das Vergessen“. Er habe mit seinen Werken „allen Völkern dieser Welt ein Mahnmal gesetzt. Es soll niemandem, egal welche Religion, Rasse oder politische Anschauung er vertritt, dieses oder ähnliches widerfahren“

Sowjetische Truppen hatten Auschwitz befreit. Fortan bestimmte Moskau den Kurs in den befreiten Ländern weiter geht. Frankl, der zunächst in seine Heimatstadt Pressburg zurückgekehrt war, verließ 1949, ein Jahr nach der kommunistischen Machtübernahme, sein Vaterland, emigrierte zunächst nach Wien.

„Kundschafter“ in der Soutane

Wien 2008: Im Stadtheurigen zu den Zwölf Aposteln freut sich die Kellnerin über die Frage nach ihrer Herkunft. Aus Rumänien sei sie, aus Siebenbürgen. Vom Nebentisch sind tschechische Stimmen vernehmbar. An den Donaubrücken machen Fahrgastschiffe, schwimmende Hotels unter ukrainischer und bulgarischer Flagge, fest. Im Prater preist ein Lokal seine kroatischen Spezialitäten an. Böhmisches Bier, Budapester Wurst. Die Donaumonarchie lässt grüssen. In Grinzing, im Heurigen, spielen Geige und Akkordeon zum wiederholten Mal das Lied vom Dritten Mann.

Zufallsbegegnung auf dem Heimweg. Ja, man erinnere sich. Da sei ein katholischer Priester aus Tschechien nach Wien gekommen. Ende der 70er Jahre müsse das gewesen sein. Man habe sich schon gewundert, weil man irgendwie gehört hatte, dass die Kommunisten mit der Kirche nicht gerade sanft umgesprungen seien. Ein österreichischer Diplomat habe sich wohl für den geistlichen Herrn verbürgt. Dieser habe ein auffallendes Interesse für einen Wiener Arzt gezeigt, der wiederum mit einem Mediziner aus Afghanistan bekannt war. Einen Reim habe man sich zunächst nicht daraus machen können. Wer wäre schon auf die Idee gekommen, dass etwa „die Russen“, die ja gerade am Hindukusch standen, den tschechischen Geheimdienstgenossen einen Auftrag erteilt haben könnten, sich in Wiener Exilgruppen umzuhören, zum Beispiel unter dort lebenden Afghanen.

Nun ja, der geistliche Herr hätte vielleicht ein solcher „Kundschafter“, oder sagen wir besser Auskundschafter, sein können. Leicht anzuwerben, zumal ihm ein amouröses Verhältnis nachgesagt worden sei. Aber nichts Genaues wisse man nicht. Ein Dutzendschicksal, vielleicht: Hochwürden hatte sich oder war der Stasi ausgeliefert worden. Deutlicher tritt dies in der Geschichte des Salesianerpaters M. zutage, eines Seelsorgers der Tschechen in der Donaumetropole.

Eines Tages habe ihm ein Informant die Warnung „gesteckt“, er möge auf der Hut sein, denn der Geheimdienst wolle ihn entführen, erzählt einer, der die Sache etwas genauer kennt. Der Mitbruder sei eigentlich ein „lieber Mensch“ gewesen und habe Wien völlig verängstigt verlassen, sei in die USA ausgewandert, mit endgültigem Abschied aus der Ordensgemeinschaft.

Aus anderem Holz war da wohl Pater B. geschnitzt. Er leitete die Gemeinde der tschechischen Katholiken in Wien. Es sei aufgefallen, über welche Geldmittel er gelegentlich verfügte. Auch seine häufigen Heimreisen in die Tschechoslowakei seien nicht unbemerkt geblieben, weil aus dem Rahmen der üblichen Besuchsreisen, für die man nur unter Mühen eine Einreise- und Aufenthaltsgenehmigung erhielt. Weitergehenden Verdacht schöpften seine Konfratres allerdings nicht. Erst nach der politischen Wende kam heraus, dass er für den kommunistischen Geheimdienst spioniert haben soll. Einzelheiten? Leider nein. Nur soviel: „Er war ein großes Übel“.

Alles ist schon lange her, aber nicht vergessen. Nicht die Geschichte der drei Geschwister, der zwei Ordenfrauen und ihrem Bruder, einem Ordenspriester. Sie verbrachten viele Jahre in der Ostasien-Mission in Japan und Taiwan. Auf ihre alten Tage, sie hatten die 80 überschritten, wollten sie noch einmal ihre Heimat in Mähren besuchen. Kaum hatten sie die Passkontrolle passiert, wurden sie von Grenzposten festgehalten. Es wurde ihnen vorgeworfen, Rosenkränze und Gebetbücher mitzuführen. Alles sei ihnen abgenommen worden. Anschließend habe man sie für dieses „Verbrechen“ eingesperrt. Ein anderer Mitbruder, so erinnert sich ein Wiener Salesianerpater, habe sich „drüben“ in der Jugendarbeit engagiert. Eben ein „Don Giovanni Bosco“ unserer Tage, ein tapferer Nachfolger des Turiner Patrons der Kongregation. Die Quittung für den Ordensmann, nachdem die Stasi ihn wieder einmal beobachtet hatte, wie er mit Jugendlichen unterwegs war: drei Jahre Gefängnis.

Fortsetzung folgt

Fußnoten:

1) BStU – MfS/ HA XX/4 – 289 – Beratung von Vertretern der Sicherheitsorgane der Sowjetunion, der VR Polen, der CSSR, der VR Ungarn, der VR Bulgarien, der DDR und Kubas vom 11. bis 14. 2. 1975 in Warschau. Berlin, den 19. Februar 1975. (VR = Volksrepublik).

2) BStU –MfS HA XX/4 – 289 – Perspektivplanung für die koordinierte Zusammenarbeit mit den Sicherheitsorganen der sozialistischen Staaten auf der Linie Kirchen und Religionsgemeinschaften (Linie XX/4), Hauptabeilung XX, Berlin, den 19. Februar 1975.

3) BStU –MfS HA XX / 16922 / Abteilung X v. 14. 02. 85 / X/9143/85

4) Jozef Tomko (Jg. 1924), von 1950 bis 1965 Vize-Rektor des Päpstlichen Kollegs „Nepomucenum“ für Tschechen und Slowaken. Ab 1962 Verwendung in verschiedenen vatikanischen Dikasterien (Kongregation für die Glaubenslehre, Kongregation für die Bischöfe, Generalsekretär der Weltbischofs-Synoden), Dozent an kirchlichen Universitäten in Rom, auf zahlreichen Auslandsmissionen für den Apostolischen Stuhl, am 25. Mai 1985 zum Kardinal ernannt. Im selben Jahr (bis 2001) Präfekt der Kongregation für die Evangelisierung der Völker.

5) Eduardo Somalo Martinez (Jg. 1927). emeritierter spanischer Kurienkardinal, 1979 Substitut (Leiter der 1. Abteilung des Staatssekretariats), 1988 Kardinal und bis 1992 Präfekt vatikanischer Kongregationen (Gottesdienste, Institute geweihten Lebens). 1993 Camerlengo (Kardinalkämmerer)

6) Angelo Sodano (Jg. 1927), emeritierter italienischer Kurienkardinal, ab 1968 in Diensten des Staatssekretariats, 1977 bis 1988 Apostolischer Nuntius in Chile (umstrittene Rolle während der Pinochet-Militärdiktatur), 1990 Pro-Sekretär, 1991 Kardinal und (bis 2006) Staatssekretär Seiner Heiligkeit.

7) BStU – MfS HA Xx / 16922 / Abteilung X v. 12.12. 85 / X/9787/85

Kommentar

Mein Gewissen ist die Wahrheit (Folge 27)

Ein Hauch von Kaltem Krieg


Regierungen lösen einander ab, Systeme wechseln, Staatsideologien werden ausgetauscht – aber die „Dienste“ bleiben. Unter anderen Vorzeichen gehen sie ihrer gewohnten Arbeit nach: Aufklärung und Abwehr. Beide Operationsbereiche machen vor befreundeten Ländern nicht halt. Die Entwicklung nach dem Zerfall der der kommunistischen Allianz, insbesondere die Sympathie ehemaliger „Brudernationen“ für den Westen, für den ehemaligen Erzfeind NATO, reizt den russischen Bären, der nun nicht mehr Herr in seinen ausgedehnten Wäldern sein soll. Zumal über seinem Revier der amerikanische Adler kreist. Länder wie Polen und die Tschechoslowakei bekommen die Zugluft zu spüren, die an den Kalten Krieg erinnern. Anlass: die Aufstellung von Systemen eines Raketenabwehr-Systems, dass gegen sogenannte Schurkenstaaten mit terroristischem Potential gerichtet seien, jedoch von Moskau als Bedrohung empfunden werden. Der „Bär“ droht zurück.

Aus dem Jahresbericht für 2007 des tschechischen Nachrichten- und Informationsdienst (BIS) geht hervor, dass russische Agenten „tüchtig an ihrem Ziel gearbeitet haben“, wie Radio Prag meldete, die öffentliche Meinung in Tschechien gegen die geplante Stationierung eines US-amerikanischen Raketenabwehrradars aufzubringen. Die Methoden sollen nach dem bekannten Muster abgelaufen sein: Infiltrieren und „differenzieren“, das heißt, eigene Leute in Gruppen, die gegen diese militärischen Einrichtungen sind, einzuschleusen. Deren Aufgabe sei es gewesen, Politiker und Medien zu beeinflussen.

Blenden wir in die 70er Jahre zurück. Nach der sowjetischen Besetzung der Tschechoslowakei kehrt der Unterdrückungsapparat zurück mit seinen Operationen gegen bestimmte Personen und Organisationen, auch kirchlichen. Darüber hinaus werden die Maßnahmen, die sich gegen den Vatikan richten, verstärkt fortgesetzt, die Sicherheitsorgane der CSSR sind wieder fest in diese Planungen einbezogen, wie Dokumente aus dieser Zeit belegen. So heißt es in einem internen Arbeitspapier der HA XX des MfS zur Vorbereitung der „Zusammenarbeit mit den Sicherheitsorganen der sozialistischen Länder im Jahre 1975“, nachdem eine für 1974 vereinbarte multilaterale Besprechung „auf der Linie XX/4“ (1) nicht zustande kam: Nach wie vor bestehe das gemeinsame Anliegen aller sozialistischen Länder, die politisch-operativen Maßnahmen abzustimmen. Es werden dann die „Probleme“ beschrieben. An erster Stelle: „Die gegenwärtige Ostpolitik des Vatikans, die vor allem darauf ausgerichtet ist, verstärkt Kontakte in die sozialistischen Ländern auf- und auszubauen mit dem Ziel, die dort vorhandene Substanz der katholischen Kirche zu erhalten und nach Möglichkeit noch zu erweitern.“ (2)

Auch der Ökumenische Rat der Kirchen wird in die Maßnahmen zur Bekämpfung der Kirchen einbezogen. Der Genfer Zentrale werden „feindliche Aktivitäten“ bei ihrer „subversiven Tätigkeit in Richtung sozialistische Länder“ unterstellt. Und wie der Vatikan gilt der Weltrat als ein politisches Instrument des Westens. Die USA versuchten, „leitende Positionen im Weltkirchenrat zu besetzen, bzw. zurückzugewinnen.“

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Mein Gewissen ist die Wahrheit (Folge 26)

CSSR 1968 – „Ein brutaler militärischer Überfall“

Mit dem sowjetischen Einmarsch im August 1968 waren die alten Machtverhältnisse restituiert worden. Pavel Kohout, 1968 noch Mitglied der Kommunistischen Partei und 1969 ausgeschlossen, hat 40 Jahre später festgehalten: Es sei ein „brutaler militärischer Überfall“ gewesen, nur dadurch „provoziert“, „dass die Tschechoslowaken nach eigenen Wertvorstellungen leben wollten“. (1)

Im Kreml wurden entschieden, wie man auf dem Hradschin zu spuren war. Über kirchliches Frühlingserwachen zogen wieder dunkle Wolken. Der vatikanischen Diplomatie blieb nicht viel mehr, als auf den vorherigen Kurs zurückzukehren. Es ging nun wieder um die Frage des
Überlebens, als Voraussetzung galt, nach katholischem Kirchenverständnis, eine intakte Hierarchie.

Erzbischof Casaroli, der „Architekt der vatikanischen Ostpolitik, habe die Möglichkeiten eines erfolgreichen Abschlussdialogs mit den sozialistischen Ländern pessimistisch“ eingeschätzt, berichtet der polnische Nachrichtendienst in einer „Information“, die in Ostberlin unter Datum vom 21. August 1974 (also am 6. Jahrestag des Einmarsches in Prag) zu den Akten genommen wurde. (2) Namentlich genannt werden die Volksrepubliken Polen, und Ungarn sowie die Tschechoslowakische Sozialistischen Republik. „Besondere Schwierigkeiten“ sieht das Staatssekretariat nicht nur mit der CSSR, sondern auch bei den Verhandlungen mit der ungarischen Regierung. Erzbischof Angelo Sodano (später Nachfolger Casarolis als Staatssekretär) habe nach seinem Besuch in Budapest berichtet, „dass es die sozialistischen Länder nicht eilig haben, mit der Normalisierung der Beziehungen zum Vatikan, aber ihr Dialog mit dem Heiligen Stuhl ist bedingt durch konkrete innen- und außenpolitische Notwendigkeiten. Von den Verhandlungen mit der CSSR, die auf den 16. September 1974 verschoben worden seien, erwarte der Heilige Stuhl keine effektiven Ergebnisse.“

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