Vom Wunder der Wende
Ein Buch über das Ende einer Zwangsherrschaft
„Urbi et Gorbi“ – nun ja, ein zugkräftiger Buchtitel könnte schon die halbe Miete sein. So haben Autor und Verlag mit den Wörtern einer bekannten lateinischen Sentenz, die den Segen des Papstes über die Stadt und den Erdkreis beschreibt, gespielt und dabei ist die neue Version herausgekommen.
Joachim Jauer: Urbi et Gorbi. Christen als Wegbereiter der Wende. Verlag Herder, Freiburg im Breisgau 2008
Gorbi im Orbit – seinerzeit, als sein Genosse Landsmann Gagarin über den Wolken unterwegs war, dürfte ihm Michail Sergejewitsch Gorbatschow wohl noch zugestimmt haben. Der sowjetische Kosmonaut hatte pflichtschuldig nach unten gemeldet, er habe dort oben Gott leider nicht angetroffen. Der Parteifunktionär lebte damals auf derselben ideologischen Wolke. Und als er noch immer an das herrschende Regime glaubend, „Glasnost“ und „Perestroika“ einläutete, blieb er auf Kurs: „Es ist sehr wichtig zu gewährleisten, dass sich unsere Jugend eben in ihren jungen Jahren, da sie besonders aufnahmefähig ist und das größte Interesse für das Leben zeigt, dem Leben spendenden Quell des Marxismus-Leninismus zuwendet. Diese Lehre entstand doch als Antwort auf die akutesten Probleme des menschlichen Daseins mit all seinen Sorgen, Problemen und Hoffnungen“, predigte der Generalseketär des ZK der KPdSU auf dem XX. Komsomolkongress am 16. April 1987.1
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