Archiv des MonatsJune, 2006

Medien trennen die Gesellschaft

Das Druchschnittsalter der Zuschauer von ARD und ZDF liegt bei 58 Jahren. Die Zuschauer der Privaten sind im Schnitt nur 43 Jahre alt. 15 Jahre ist das Publikum der Privaten jünger als das der “Öffentlich-Rechtlichen”. Das Gleiche gilt für die Kirchen. Das Durchschnittsalter der Kirchenmitglieder, die sich aktiv am Gemeindeleben beteiligen, entspricht dem der öffentlich-rechtlichen Sender. Internet- und Handynutzer sind auch eher der jüngere Teil der Bevölkerung. Nimmt man noch das Radio hinzu, dann wird die Teilung der Bevölkerung noch deutlicher. Eigenartigerweise führt diese Verschiedenheit nicht dazu, daß sich ältere und jüngere Generation bekämpfen. Sie sind einfach verchieden. Was die Medien betrifft, leben sie in zwei Welten und das sind viel Stunden am Tag. Das kann auf die Dauer nciht gut gehen, vor allem nicht für die Kirchen.

Kommentar

Die Religion medialisiert sich

Religion ist für die Medien interessant geworden. Leser und Zuschauer interessieren religiöse Themen. Filme wie „Die große Stille“ oder „Der König von Narnia“ sind Kinoerfolge. Daß die Medien Religion „bringen“, wenn die Zuschauer das sehen, die Leser darüber lesen wollen, ist erst einmal nur eine logische Folge. Wird aber dann Religion zu einem Medienereignis? Das geschieht, wie man beim Tod des letzten Papstes und bei der Wahl seines Nachfolgers beobachten konnte. Am Beispiel des Sports läßt sich das gleiche Phänomen beobachten. Die Leute interessieren sich für Sport. Also bringt die Bildzeitung täglich mehrere Seiten Sport, auch wenn gerade keine Fußball-WM läuft oder von Olympischen Spielen zu berichten ist. Die Fernsehrechte an Sportereignissen werden immer teurer, weil jeder Sender mit Sport Quote machen will. Damit verlagert sich das Ereingis „Sport“ ins Fernsehen, weil man Wettkämpfe live übertragen kann. Wenn dann die Bildwände wie bei der Fußball-WM so groß werden, daß viele tausend Menschen zusehen können, dann fühlen sich die Zuschauer vor einer solchen Großbildwand wie im Stadion.

Religion wird auch deshalb zu einem Medienphänomen, weil die jüngere Generation viel mehr mit den Medien lebt. Schon lange gilt, daß ein Ereignis an Bedeutung gewinnt, wenn es in der Zeitung nachzulesen ist. Die Erstkommunion wird wichtiger, wenn die Zeitung ein Foto bringt. Das Internet hat das Wirklichkeitsverständnis in diese Richtung weiter getrieben. Was nicht im Netz ist, ist für die Internetnutzer nicht bedeutsam, es gelangt gar nicht in das Scheinwerferlicht ihrer Aufmerksamkeit. Obwohl das Internet „nur“ virtuell ist, bestimmt es darüber, ob die Internetnutzer etwas für wichtig, ja sogar wirklich halten.

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