Religion muß im Internet ankommen
98% der Altersgruppe zwischen 14 und 29 Jahren nutzt das Internet. Das war bei der Einführung dieses mit dem Computer verbundenen Mediums nicht erwartet worden. Man ging damals von einer Reichweite von 30 bis maximal 50% aus. Grund für die Annahme war, daß das Internet nur ein Medium der besser Ausgebildeten werden könnte. Eine fast hundertprozentige Verbreitung in der jüngeren Generation bedeutet, daß das Internet das Bildungsgefälle in der Bevölkerung nicht vergrößert, obwohl gerade das erwartet worden war. Wie das Handy ist das Internet zu einem die Bevölkerungsschichten verbindenden Medium geworden.
Für die Kirchen heißt das, daß sie vorrangig über das Internet und nicht mehr über Zeitungen bzw. Fernsehen die Jüngeren erreichen kann. Es ist nicht zu spät, die Medienstrategie neu auszurichten. So richtet die größte deutsche Reagionalzeitung, die Westdeutsche Allgemeine, die vor allem im Ruhrgebiet verbreitet ist, eine Internetredaktion mit lokalen Nachirchtenseiten ein. Ein weiteres Beispiel: Die Agentur Springer&Jacoby in Hamburg, die einst führend war, inzwischen aber große Etats, wie den für Mercedes, verloren hat, setzt einen Geschäftsführer ein, der bisher eine Internetagentur geleitet hat.
Wer sind die immer noch 36% Internetabstinzler? 78% dieser 23,2 Millionen Menschen sind älter als 50 Jahre. Ein zweites Merkmal ist ein niedriger Bildungsabschluß. So besagen es die Daten, die die Marktfoscher von TNS-Infratest erhoben haben, die die Umfrage mit der Initiative D21 durchgeführt haben. Rekrutiert sich aus dieser Gruppe nicht auch das Gros der Kirchgänger?