Internet – kein Elitemedium
90% der 14 – 29 -Jährigen nutzen das Internet. Niemand wundert sich mehr über diese Zahlen. Als das Internet ende der neunziger Jahren aus den Universitäten auswanderte, rechnete man noch nicht damit, dass sich das Medium so verbreiten wird. In Gang gesetzt vom Militär, damit die Informationswege nicht durch gezielte Angriffe unterbrochen werden können, war es die Wissenschaft, die das Medium weiter entwickelte, so dass es mit einem entsprechenden Prestige auf die Allgemeinheit zu kam. Dieser Hauch des elitären ließ vermuten, dass sich nur die besser ausgebildeten Bevölkerungsschichten auf das neue Medium einlassen würden. Das war beim Fernsehen ganz anders. Hier waren es die Arbeiterhaushalte, die sich einen Fernsehapparat anschafften und die dem Farbfernsehen zum Durchbruch verhalfen. Das Image von Unterhaltung und geringem Anspruch haftet dem Medium immer noch an. Es war dann die Porno-Industrie, das das Internet vulgär gemacht hat. Aber das Image, das das Internet mit Bildung zu tun hat, blieb dem Medium erhalten und wurde nicht zuletzt durch Wikipedia untermauert. Und jetzt erfüllt sich der Traum der ersten Protagonisten, dass alle Zugang zu den verfügbaren Informationen haben sollen. Zwar hat YouTube dem Qualitätsanspruch des Fernsehens keinen Dienst getan und steht Ebay nicht für hochwertige Produkte, aber das alles entwertet nicht die Millionen hochwertige Beiträge, die Nutzer über eine Suchmaschine finden können. Deshalb ist eine gute Nachricht, wenn das Internet schon so selbstverständlich wie das Telefon geworden ist.
Hier einige Nutzungsdaten, die Infratest in seinem (N)Onliner-Atlas http://www.nonliner-atlas.de/ zusammengestellt hat:
Nutzung von insgesamt über 60% der Bevölkerung. In den einzelnen Altersgruppen zeigt sich, dass die Nutzung mit dem Alter abnimmt.
14-29 Jahre: 90%
30-39 Jahre: 82%
40-49 Jahre: 73%
50-59 Jahre: 58%
60-65 Jahre: 35%
Über 70 Jahre: 13%