Fernsehen und Internet 2: Warum verändert das Internet das Fernsehen?
Fernsehen ist eine Beschäftigung in der Freizeit. Wenn die Menschen beruflich nicht mehr eingespannt sind, kann das Fernsehen ihre Aufmerksamkeit gewinnen. Das war in den Zeiten noch einfach, als man am Nachmittag mit der Arbeit fertig war und seine Zeit dann dem Fernsehen widmen konnte. Durch die Flexibilisierung der Arbeit wie der privat organisierten Zeit gelingt es dem Fernsehen nicht mehr, Menschen regelmäßig zu bestimmten Zeiten vor dem Gerät zu versammeln. In der einen Woche ist der einzelne frei, die Serienfolge zu sehen, in der anderen Woche hat er etwas vor. Je jünger die Zielgruppe, desto weniger ist sie für das Fernsehen erreichbar – oder man verlegt das Fernsehen ins Internet. Denn dieses Medium ermöglicht es, Nachrichten, Berichte, Fernsehspiele wie auch die wöchentliche Soap dann abzurufen, wenn er Zeit hat. Damit wird ein Fernsehsender zu einer Datenbank, auf die die Nutzer dann zugreifen, wenn sie gerade am PC sitzen bzw. in ihrem Wohnzimmer. Dann muss der größere Bildschirm im Wohnzimmer nur mit dem Internet verbunden sein. Das ist nicht mehr das Fernsehen, an das die mittlere und ältere Generation gewohnt ist. Es entspricht aber dem Lebensstil, seine Zeit nicht mehr zu verplanen, sondern mehr aus dem Stand zu entscheiden, was man tun, was man lesen, sehen, hören will, wenn man treffen möchte.
Dieses ins Internet verlegte, auf Abruf funktionierende Fernsehen bietet den Kirchen ganz neue Möglichkeiten. Sie sind nicht mehr auf die meist am Rande des Programmschemas liegenden Sendeplätze angewiesen, um ihre Inhalte anzubieten. Sie können ihre Produktionen in die verschiedenen Datenbanken stellen, die bereits Fernsehen auf Abruf anbieten. Damit können sie auch viel direkter „zu ihrer Sache“ kommen. Denn bisher wird religiöses Programm im Fernsehen hauptsächlich als Berichterstattung über kirchliche Vorgänge verstanden aber nicht über die Glaubensinhalte. Im Internet können die Kirchen selbst den Glauben zur Sprache bringen. Die Zeit des religiösen Fernsehens beginnt erst, ermöglicht durch das Internet.