Internet und Fernsehen 4: Was wird aus der Werbung?

Wenn das ZDF Fernsehsendungen über das Internet abrufbar macht, muss der Sender sich nicht um die Finanzierung kümmern. Der Nutzer hat ja seine Gebühren bezahlt, ob er die Sendung über Satellit, Kabel oder seine DSL-Leitung empfängt. Schwieriger wird es für die werbefinanzierten Programme der Privatsender. Denn die meisten Nutzer werden die Werbung ausblenden wollen. Der Download angebotener Serien und Nachrichten macht das technisch leichter möglich. Noch von einer anderen Seite macht das Internet den Privatsendern mit Youtube Konkurrenz. Nicht nur geht die Sehzeit, die vor allem die für die Werbung interessanten jungen Zielgruppen auf Youtube verbringen, den Soaps wie „Gute Zeiten, Schlechte Zeiten“ verloren. Inzwischen steigt Youtube auch in die Werbung mit dem Bewegtbild ein. Denn für die Werbung bietet das Internet eine viel sichere Basis als das Fernsehen. Das Internet kann jeden einzelnen Nutzer nachweisen und es bringt die Werbung auch sehr viel näher an die Interessen der Nutzer heran. Ein Auto- oder Fertighaus-Spot im Fernsehen regnet auf den Großteil der Zuschauer nutzlos herab, weil diese bereits ein Haus gebaut bzw. in den nächsten Monaten den Kauf eines Autos nicht eingeplant haben. Wer dagegen auf die Homepage eines Fertighausbauers oder eines Autoherstellers klickt, der beschäftigt sich mit der Entscheidung für ein Haus oder ein Auto. Die Logik der Werbe-Effizienz läuft auf das Internet zu. Der Anteil des Fernsehens an der Werbung ist in den letzten Jahren von 41,3 auf 37,7 zurückgegangen, nachdem das Fernsehen bereits in den Jahren 2001-2002 eine halbe Milliarde verloren hatte, nicht soviel wie die Zeitungen (1,4 Milliarde) aber doch erheblich. Inzwischen hat Google, das Youtube vor knapp einem Jahr für $ 1,65 Milliarden gekauft hatte, eine Werbeidee entwickelt, die das Fernsehen sogar übernehmen könnte, wenn man aus dem Fernsehfilm direkt ins Internet klicken kann: Am unteren Bildrand eines Videos läuft die Werbung mit und kann von Interessenten angeklickt werden. BMW ist bereits eingestiegen. Welche berauschenden Filme über das Autofahren werden die Automobilhersteller in Auftrag und mit Werbung auf Youtube einstellen. Touristikunternehmen brauchen keinen Sender mehr zu betreiben, Kinofilme können mit längeren Trailern angekündigt werden. Entscheidend für Produkte wie Filme oder Autos ist das Bewegtbild. Privatleute, die ihr Video online stellen, können sicher bald auch Werbung von Google einblenden und dafür Geld erhalten, so wie das für Textanzeigen über Google-Adsense bereits möglich ist.

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