Archiv des MonatsSeptember, 2007

Internet und Werbung 4: Erklärende Information

Das Internet stellt der Werbung größere Zeitintervalle zur Verfügung und leitet Nutzer auf die Werbung, die sich Zeit nehmen.

Werbung macht aufmerksam, dass es ein neues Waschpulver, einen neuen Roman, ein neues Cabriolet gibt. Läuft das Leben eines Zeitungslesers, Fernsehzuschauers, Surfers darauf zu, dass das Waschmittel verbraucht, der Lesestoff ausgegangen, wegen einer Beförderung ein anspruchsvollerer Wagen finanzierbar geworden ist, muss der Anbieter dafür gesorgt haben, dass die Marke im Gedächtnis des potentiellen Käufers verankert ist. Denn in der Vielzahl der Angebote von Waschmitteln, Buchtiteln, Autos kann der Anbieter nur dann mit einer Entscheidung für sein Angebot rechnen, wenn er überhaupt zur „Wahl“ steht. Natürlich bringt Werbung die Menschen auch auf die Idee, mal wieder einen Roman zu lesen oder sich ein neues Auto zu leisten. Diese Funktionen werden auch durch die Internetwerbung erfüllt werden. Denn da das Netz von seinen Nutzern sehr geschätzt wird und weil gerade die Jüngeren viel Zeit im Internet verbringen, müssen die Anbieter auch Präsenz im Internet zeigen, um sich einen Platz im Bewusstsein der Nutzer zu erobern. Das heißt aber nur, dass bisherige Werbeformen auch ins Internet wandern. Das Medium kann aber sehr viel mehr für die Werbung leisten. Anders als im Fernsehen unterliegt die Interwerbung nicht strengen Zeitbegrenzungen. Einmal aus Kostengründen, denn jede Sekunde kostet im Internet, anders als im Fernsehen, nicht viel Geld. Zum anderen kann das Fernsehen nur begrenzt Werbung senden, weil die meisten Zuschauer sich für das Produkt im Moment nicht interessieren. Sie haben gerade ein Auto gekauft oder sich für ein bestimmtes Parfum entschieden. Anders das Internet, denn es kann zwei Stärken miteinander verbinden:

1.      Es erreicht zielgenauer die Surfer, die sich für das Angebot bereits interessieren. Die Suchmaschinenwerbung führt die Interessenten der Werbeinformation direkt zu.

2.      Die Nutzer, die eine Werbung angeklickt haben, nehmen sich mehr Zeit als die Fernsehzuschauer, für die die Geschichte unterbrochen wird, um sie mit Werbebotschaften zu konfrontieren.

 

Produkthinweis und mit Gebrauchsanweisung
Was früher der Industriefilm für Investitionsgüter leistete, kann das Internet heute für jedes Produkt, nicht nur die potentiellen Käufer aufmerksam, sondern sie mit der Handhabung vertraut machen. Welche Erlösung würde es für den Nutzer eines Videogerätes bedeuten, wenn ihm alles bildlich erklärt würde. Dass Microsoft seine meist unverständlichen Bedienungsanleitungen nicht in ein Video umsetzt, zeigt, dass das Unternehmen immer noch nicht im Internetzeitalter angekommen ist. Oder wer müht sich nicht mit seinem neu gekauften Navigationsgerät ab.

Für kulturelle Angebote gilt Vergleichbares: Ausschnitte aus einem Theaterstück können an die Tradition des Trailers anknüpfen, alles Formate, die schon entwickelt sind. Buchveröffentlichungen vertragen die in die Kamera gesprochene Kritik und Leserstimmen. Ausstellungen bieten sich für anspruchsvolle Kameraarbeit an.

Youtube hat mit Amateurvideos die Vorreiterrolle übernommen, die Qualität lässt sich steigern. Produktinformationen wären, anders als die Unterbrecherwerbung, ein wirklicher Service für den Kunden und könnten vielleicht wie die Videoclips zur Etablierung neuer Spartenkanäle führen.

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Internet und Werbung 3: Werbespot

Am einfachsten für die Werbetreibenden wäre es, einen Spot bei Youtube einzustellen, den jedermann und jede Frau dann anklicken kann. Aber weder Mann noch Frau wollen einfach Werbung sehen. Im Fernsehen funktioniert Werbung durch Unterbrechung einer Geschichte, die die Zuschauer verfolgen. Wenn die Serienfolge oder der Film auf einem Videoband oder einer Festplatte zuerst gespeichert und dann abgespielt werden, kann der Zuschauer die Werbeblocks leicht überspringen, wenn sie nicht durch eine Software bereits herausgefiltert worden sind. Allerdings werden aufgezeichnete Sendungen meist nicht mehr angesehen. Soviel Zeit hat der Zuschauer nicht, denn das Fernsehprogramm bietet jeden Tag Neues, das ja angeschaut werden will. Wäre da nicht das Internet, das wahrscheinlich die Fernsehgewohnheiten vor allem der jüngeren Generation verändern wird. Youtube ist der Vorreiter. Denn dieser Internetsender bietet kein Programmschema mehr, das zu bestimmten Zeiten Serien, Nachrichten, Talk- und Quizsendungen ausstrahlt, sondern der Zuschauer wählt aus einem täglich größer werdenden Programmstock aus. Dashat Konsequenzen. Denn wenn Produzenten von Serien oder Fernsehsender ihr Programm zum Abruf ins Netz stellen, werden die Zuschauer die bisherige Werbung überspringen und damit die Finanzierungsbasis der Sender untergraben. Oder es käme tatsächlich dazu, dass Zuschauer im Internet für Angebote zahlen, die sie nicht als Produkt ins Haus gesandt bekommen, sondern die sie nur im Internet anschauen. Dazu haben die Gründer des Internets die Zuschauer nicht erzogen, nämlich dass irgendwer die Kosten für die Inhalte und die Leitungen zahlen muss, über die ein Wikipediabeitrag, die Onlineausgabe einer Zeitung, ein herunter geladener Song den heimischen Computer erreichen. Jeder wollte, in Erwartung von hohen Verkaufszahlen oder verkauften Bannerplätzen, schnell viele Besucher auf seine Seite locken, indem er alles kostenlos anbot.

Wenn die Fernsehsender, ähnlich wie die Zeitungshäuser, gezwungen sind, ihr Programm ins Netz zu stellen, damit sie die jungen Zuschauer nicht an Youtube u.a. verlieren, müssen sie das irgendwie finanzieren. Keiner weiß, wie das gehen soll, denn der klassische Webespot, der als „Unterbrecherwerbung“ in eine Serie eingebaut wird, funktioniert im Internet nicht mehr.

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Internet und Werbung 2: Die Rubrikanzeige

Als das Internet Ende der neunziger Jahre von den Firmen, den Handelsunternehmen, dem Buchmarkt, den Reiseveranstaltern entdeckt wurde, trug es wesentlich zum Börsenboom der Technologiewerte bei. Viel Geld floss in sog. Start-ups, bis die Börsenblase mit der Jahrtausendwende so groß wurde, dass sie platzte. Das Geld war verbrannt. Es war nur zu einem Teil in die Entwicklung von Software geflossen, der größere Teil war für die Anzeigenwerbung in die Zeitungen und Zeitschriften geflossen. Denn jeder musste Nutzer gewinnen, die damals noch nicht wie selbstverständlich ins Internet schauten, sondern erst einmal dafür gewonnen werden mussten, sich einen Zugang ins Netz bei einem Provider zu besorgen. Boris Becker verdiente damals viel Geld, als er für AOL verkündete: „Ich bin schon drin“, das sollte heißen, im Internet. Damals verdienten die Zeitungen auch deshalb am Internet, weil Informatiker händeringend gesucht wurden. Zwar hätten die Firmen im Internet annoncieren können, denn da mussten die Informatiker ja als Surfer anzutreffen sein, aber sie vertrauten auf den sicheren Weg, den Stellenmarkt von FAZ und Süddeutscher, die damals mehr als doppelt so umfangreich waren wie heute. Die Zeitungsverlage konnten sich gar nicht vorstellen, dass die an Unternehmen vermittelten Software-Entwickler binnen kurzem die wirtschaftliche Basis der Zeitung unterminieren würden, nämlich die Rubrikanzeigen für Stellen, Wohnungen, Gebrauchtwagen. Man schwamm im Geld und sah lächelnd zu, wie junge Leute Internetstellenmärkte, Plattformen für Mietwohnungen und Gebrauchtwagen aufbauten. Bei der Einführung des privaten Radios waren die Verleger noch auf der Hut gewesen, ausreichend an dem neuen Privatsendern beteiligt zu werden, denn sie wollten die Werbung, die ihnen in Zukunft verloren gehen würde, durch Beteiligung an den neuen Sendern kompensieren. So sind die meisten Privatradios noch heute in der Hand von Verlagshäusern. Das neue Medium der jungen Leute konnte man, anders als das Radio, nicht einschätzen und hat sich erheblich verschätzt. Aber schon Mitte der neunziger Jahre war absehbar, dass das Internet mit seinen Suchfunktionen der Werbung in der Zeitung überlegen sein würde. Zudem muss der, der nach Frankfurt umziehen will, nicht an den Zeitungskiosk seines Bahnhofs gehen, um eine Frankfurter Rundschau mit ihrem Wohnungsmarkt zu kaufen. Er schaltet zu Hause das Internet ein, findet schnell, was er sucht, bekommt mit einem Foto einen ersten Eindruck von der Wohnung und kann mit dem Makler einen Termin vereinbaren. Die Zeitungsverlage hätten sofort ihre Wohnungs- und Gebrauchtwagenmärkte ins Netz stellen müssen. Aber noch nach dem Einbruch der Börse, der den wirtschaftlichen Abschwung einleitete, verlangten die Zeitungshäuser, dass man sich den Stellenmarkt per Post bestellte, während die Unternehmen bereits erkannt hatten, dass diejenigen Bewerber, die über das Internet die Stellenausschreibung gefunden hatten, meist qualifizierter waren als die Zeitungsleser.

Noch auf einer anderen Flanke werden die Zeitungen durch das Internet bedrängt, denn die Internet-gewohnten jungen Zielgruppen lesen die Zeitungen, die sie im Internet finden, so dass jede Zeitung gezwungen ist, eine Online-Ausgabe zu finanzieren, um die jungen Leser überhaupt noch zu erreichen. Die Werbeerlöse aus dem Onlineauftritt sind jedoch wesentlich geringer als die aus der Printausgabe.

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Internet und Werbung 1: Zielgenaue Werbung

Das Internet ist allen anderen Medien in einem Punkt überlegen: Es bringt die Werbung sehr viel näher an die Interessenten, wenn diese z.B. einen Suchbegriff bei Google eingeben und dann gleich auf die Webung klicken, die dem Begriff zugeordnet werden kann. Wer wirbt, kauft bei der Suchmaschinenwerbung nicht Werbezeit, sondern direkt die Effektivität der Werbung, nämlich Klicks. So nahe, wie die Suchmaschinenwerbung das Angebot an die Aufnahmebereitschaft der Nutzer heranführt, kann das kein anderes Medium, abgesehen vom Mailings, die den Briefkasten der jeweiligen Zielgruppe erreichen. Weil Suchmaschinenwerbung auch mit kleinen Budgets Erfolg bringt, bietet das Internet gerade dem Mittelstand Möglichkeiten, die bisher aus finanziellen Gründen nicht bestanden.

Mit Google-Adsense verzweigt sich die Suchmaschinenwerbung noch mehr, denn Homepagebetreiber, so auch kath.de, können ihre Redaktionen u.a. damit finanzieren, dass sie Google die Möglichkeit bieten, auf Angebote bezahlter Werbung zu klicken. Meist wird der Nutzer sowieso über eine Eingabe bei Google auf die Seite gekommen sein, so z.B. in das Vatikan – Lexikon http://www.kath.de/kurs/vatikan/ von kath.de. Wer sich mit den Inhalten beschäftigt hat, ist eher bereit, auf eine Werbezeile zu klicken, als wenn die Werbung nur in der Suchliste von Google auftaucht.

Es gibt natürlich auch die klassische Werbung im Internet, Bannerwerbung wird sie genannt. Im Unterschied zu einer Zietungsanzeige kann der Nutzer gleich auf die Seite des Werbetreibenden kommen und sich weiter informieren, sich das Produkt ansehen, sich die Couch mit unterschiedlichen Stoffen bespannen lassen, sich über die Mehrkosten informieren, wenn er den Wagen mit vier Türen kauft, oder einige Seiten in dem Buch lesen. Im Unterschied zur Printausgabe bietet die Onlineausgabe einer Zeitung diese Werbemöglichkeit, die bei Youtube eingestellten Videos und demnächst auch die Fernsehwerbung, wenn man die Sendung über das Netz anschaut.

Wie jede Plakat-, Illustrierten- oder Fernseh-Werbung hat auch die Bannerwerbung die Funktion, Aufmerksamkeit zu erzeugen. Bei den vielen Parfum- Kleider- oder Handymarken muss sich jeder Anbieter auf dem Markt zeigen, damit bei einer etwaigen Kaufentscheidung der Kunde im Bewusstsein hat, das es z.B. ein Smart-Phone von diesem bestimmten Hersteller gibt. In dem Maße, wie Ausbildungsinstitutionen um Studierende werben, müssen die Anbieter von Bildung ebenfalls auf sich aufmerksam machen. Das ist die Chance für spezialisierte Websites und die neuen Plattformen wie StudiVZ. Auch bei der Bannerwerbung spielt das Internet seinen Vorteil aus, direkt verlinken zu können.

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