Internet und Werbung 4: Erklärende Information
Das Internet stellt der Werbung größere Zeitintervalle zur Verfügung und leitet Nutzer auf die Werbung, die sich Zeit nehmen.
Werbung macht aufmerksam, dass es ein neues Waschpulver, einen neuen Roman, ein neues Cabriolet gibt. Läuft das Leben eines Zeitungslesers, Fernsehzuschauers, Surfers darauf zu, dass das Waschmittel verbraucht, der Lesestoff ausgegangen, wegen einer Beförderung ein anspruchsvollerer Wagen finanzierbar geworden ist, muss der Anbieter dafür gesorgt haben, dass die Marke im Gedächtnis des potentiellen Käufers verankert ist. Denn in der Vielzahl der Angebote von Waschmitteln, Buchtiteln, Autos kann der Anbieter nur dann mit einer Entscheidung für sein Angebot rechnen, wenn er überhaupt zur „Wahl“ steht. Natürlich bringt Werbung die Menschen auch auf die Idee, mal wieder einen Roman zu lesen oder sich ein neues Auto zu leisten. Diese Funktionen werden auch durch die Internetwerbung erfüllt werden. Denn da das Netz von seinen Nutzern sehr geschätzt wird und weil gerade die Jüngeren viel Zeit im Internet verbringen, müssen die Anbieter auch Präsenz im Internet zeigen, um sich einen Platz im Bewusstsein der Nutzer zu erobern. Das heißt aber nur, dass bisherige Werbeformen auch ins Internet wandern. Das Medium kann aber sehr viel mehr für die Werbung leisten. Anders als im Fernsehen unterliegt die Interwerbung nicht strengen Zeitbegrenzungen. Einmal aus Kostengründen, denn jede Sekunde kostet im Internet, anders als im Fernsehen, nicht viel Geld. Zum anderen kann das Fernsehen nur begrenzt Werbung senden, weil die meisten Zuschauer sich für das Produkt im Moment nicht interessieren. Sie haben gerade ein Auto gekauft oder sich für ein bestimmtes Parfum entschieden. Anders das Internet, denn es kann zwei Stärken miteinander verbinden:
1. Es erreicht zielgenauer die Surfer, die sich für das Angebot bereits interessieren. Die Suchmaschinenwerbung führt die Interessenten der Werbeinformation direkt zu.
2. Die Nutzer, die eine Werbung angeklickt haben, nehmen sich mehr Zeit als die Fernsehzuschauer, für die die Geschichte unterbrochen wird, um sie mit Werbebotschaften zu konfrontieren.
Produkthinweis und mit Gebrauchsanweisung
Was früher der Industriefilm für Investitionsgüter leistete, kann das Internet heute für jedes Produkt, nicht nur die potentiellen Käufer aufmerksam, sondern sie mit der Handhabung vertraut machen. Welche Erlösung würde es für den Nutzer eines Videogerätes bedeuten, wenn ihm alles bildlich erklärt würde. Dass Microsoft seine meist unverständlichen Bedienungsanleitungen nicht in ein Video umsetzt, zeigt, dass das Unternehmen immer noch nicht im Internetzeitalter angekommen ist. Oder wer müht sich nicht mit seinem neu gekauften Navigationsgerät ab.
Für kulturelle Angebote gilt Vergleichbares: Ausschnitte aus einem Theaterstück können an die Tradition des Trailers anknüpfen, alles Formate, die schon entwickelt sind. Buchveröffentlichungen vertragen die in die Kamera gesprochene Kritik und Leserstimmen. Ausstellungen bieten sich für anspruchsvolle Kameraarbeit an.
Youtube hat mit Amateurvideos die Vorreiterrolle übernommen, die Qualität lässt sich steigern. Produktinformationen wären, anders als die Unterbrecherwerbung, ein wirklicher Service für den Kunden und könnten vielleicht wie die Videoclips zur Etablierung neuer Spartenkanäle führen.