Internet und Werbung 3: Werbespot

Am einfachsten für die Werbetreibenden wäre es, einen Spot bei Youtube einzustellen, den jedermann und jede Frau dann anklicken kann. Aber weder Mann noch Frau wollen einfach Werbung sehen. Im Fernsehen funktioniert Werbung durch Unterbrechung einer Geschichte, die die Zuschauer verfolgen. Wenn die Serienfolge oder der Film auf einem Videoband oder einer Festplatte zuerst gespeichert und dann abgespielt werden, kann der Zuschauer die Werbeblocks leicht überspringen, wenn sie nicht durch eine Software bereits herausgefiltert worden sind. Allerdings werden aufgezeichnete Sendungen meist nicht mehr angesehen. Soviel Zeit hat der Zuschauer nicht, denn das Fernsehprogramm bietet jeden Tag Neues, das ja angeschaut werden will. Wäre da nicht das Internet, das wahrscheinlich die Fernsehgewohnheiten vor allem der jüngeren Generation verändern wird. Youtube ist der Vorreiter. Denn dieser Internetsender bietet kein Programmschema mehr, das zu bestimmten Zeiten Serien, Nachrichten, Talk- und Quizsendungen ausstrahlt, sondern der Zuschauer wählt aus einem täglich größer werdenden Programmstock aus. Dashat Konsequenzen. Denn wenn Produzenten von Serien oder Fernsehsender ihr Programm zum Abruf ins Netz stellen, werden die Zuschauer die bisherige Werbung überspringen und damit die Finanzierungsbasis der Sender untergraben. Oder es käme tatsächlich dazu, dass Zuschauer im Internet für Angebote zahlen, die sie nicht als Produkt ins Haus gesandt bekommen, sondern die sie nur im Internet anschauen. Dazu haben die Gründer des Internets die Zuschauer nicht erzogen, nämlich dass irgendwer die Kosten für die Inhalte und die Leitungen zahlen muss, über die ein Wikipediabeitrag, die Onlineausgabe einer Zeitung, ein herunter geladener Song den heimischen Computer erreichen. Jeder wollte, in Erwartung von hohen Verkaufszahlen oder verkauften Bannerplätzen, schnell viele Besucher auf seine Seite locken, indem er alles kostenlos anbot.

Wenn die Fernsehsender, ähnlich wie die Zeitungshäuser, gezwungen sind, ihr Programm ins Netz zu stellen, damit sie die jungen Zuschauer nicht an Youtube u.a. verlieren, müssen sie das irgendwie finanzieren. Keiner weiß, wie das gehen soll, denn der klassische Webespot, der als „Unterbrecherwerbung“ in eine Serie eingebaut wird, funktioniert im Internet nicht mehr.

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