Begrenzung von Bonuszahlungen von Managern

Kurz vor dem G 20 Treffen in Pittsburgh unterbreitet die Niederländische Bankenvereinigung (NVB) einen Verhaltenskodex

Bonuszahlungen rückten zuletzt zurecht vermehrt in die Kritik. Neben der teilweise exorbitanten Höhe vieler Zahlungen, bietet die momentane Ausgestaltung der zugrunde liegenden Verträge Anlass für Beanstandungen. Belohnten sie doch viel zu oft kurzfristiges Handeln und waren deshalb mitverantwortlich für die Finanzkrise.

Der Vorschlag der NVB geht deutlich weiter als das, was die Bundeskanzlerin regeln möchte. Im Wege einer Selbstverpflichtung der Banken ist vorgesehen, dass alle variablen Gehaltsbestandteile zusammengerechnet nicht höher sein dürfen als das jeweilige Festgehalt. Die Regelung soll allerdings nur für die Vorstände gelten. Kann sie ein Muster für die gesamte Wirtschaft sein?

Der Niederländische Vorschlag geht in die richtige Richtung. Er begrenzt zumindest für die Vorstände eine zunehmend ausufernde Bonusmentalität. Eine Vorstandsvergütung muss einen variablen, erfolgsabhängigen Anteil haben, der an das Erreichen bestimmter Ziele geknüpft ist. Die Koppelung an das Festgehalt ist ebenfalls begrüßenswert, da sie Fehlentwicklungen vermeiden hilft. Boni in Höhe eines Mehrfachen der Festbezüge sind unglaubwürdig, da hier die Leistung eines Einzelnen deutlich überbewertet wird. Häufig sind Fehlentwicklungen die Folge.

Insgesamt geht der Niederländische Vorschlag aber nicht weit genug. Wichtiger als die Frage, ob ein Bonus das 1, 1,5 oder 2 Fache des Festgehaltes betragen darf ist die Definition der Zielerreichung, die zur Bonuszahlung führt. Eine ausschließliche Koppelung an den Jahresüberschuss ist zuwenig, selbst wenn man ein Mittel aus zwei oder drei Jahren zugrunde läge. Wie wäre es, wenn neben der Profitabilität, die Schaffung von Arbeitsplätzen, die Produktivität, die Stellung im Markt oder die Innovationskraft des Unternehmens Berücksichtigung fände? Nur wenn die Berechnungsgrundlage auf breitere Füße gestellt wird, fördern wir wieder langfristiges und strategisches Denken im Unternehmen.

Gerade im Bankensektor müssen die Bonusregelungen auch für Wertpapierhändler und Investmentbanker geregelt werden. Nicht selten verdienten Manager in diesen Bereichen unter Berücksichtigung ihre Boni mehr, als der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens. Das setze eine Kreativität und Risikobereitschaft frei, die die interne Revision oft überforderte und durch Anhäufung riskanter Positionen mit für den Zusammenbruch ganzer Banken verantwortlich war.

Letztendlich ist die Ausgestaltung der Vergütungsverträge Sache der Unternehmen. Die Branchenvielfalt, macht ein zentrales Eingreifen des Staates unmöglich und wenig sinnvoll. Trotzdem sollte für eine Selbstverpflichtung der Unternehmen ein Rahmen geschaffen werden, der genügend Freiheiten für unternehmerisches Handeln lässt, aber gleichzeitig Fehlentwicklungen zu vermeiden hilft. Dies wäre auch im Sinne des Kapitalmarktes, so schärft eine breitere Definition der Berechnungsgrundlagen für Bonuszahlungen den Blick für das gesamte Unternehmen und führt quasi automatisch zu einer gesunden und konkurrenzfähigen Unternehmung. Bleibt zu hoffen, dass die Gespräche von Pittsburgh diese Richtung nehmen werden.

Stefan Drägert

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