Wirtschaftsethik und Bonuszahlungen Teil 3

Die nachhaltige Verankerung ethischer Werte im Unternehmen erfordert ein Umdenken bei der Bemessungsgrundlage von variablen Vergütungsbestandteilen

Bisher haben wir festgestellt, dass Bonuszahlungen für sich genommen völlig wertneutral sind, sich aber sehr gut dazu eignen, Mitarbeiter auf die Erreichung der prämienunterlegten Ziele zu fokussieren. Erst die Bemessungsgrundlage entscheidet darüber, welche Qualität Bonusregelungen haben, ob sie den kurzfristigen Erfolg suchen oder ob sie dem operativen Management den Weg zur Erreichung der strategischen Unternehmensziele weisen.

Ist es das Ziel, das Instrument der variablen Erfolgsbeteiligung für Arbeitnehmer für die nachhaltige Unternehmensentwicklung unter Berücksichtigung wirtschaftsethischer Grundsätze einzusetzen, ist es von entscheidender Bedeutung, dass die definierten Unternehmensziele eng mit der Bemessungsgrundlage für die Höhe der Erfolgsbeteiligung verzahnt sind. In der Unternehmenswirklichkeit ist jedoch sehr oft zu beobachten, dass die unternehmensstrategischen Ziele nicht abschließend definiert sind. Viel zu oft wird hier im Vagen operiert. Doch nur dann, wenn dieser wichtige Bereich umfassend durchdacht wird und daraus langfristige Ziele exakt formuliert werden, können diese in Handlungsanweisungen für das operative Management umgesetzt werden. Erst jetzt kann der Rahmen für eine Bonusstruktur gezogen werden, der die notwendige Impulse sowohl für die kurzfristige operative als auch die mittelfristige strategische Unternehmensentwicklung vorgibt.

Sollen auch unternehmensethische Anreize von der erfolgsabhängigen Vergütung ausgehen, werden auch nicht-monetäre Aspekte in die Bemessungsgrundlage einfließen müssen. Damit ergibt sich das Problem, wie wir die entsprechenden Erfolgskriterien definieren und wie wir die entsprechenden Fortschritte messbar machen. Denn nur was ich messen kann, kann ich auch managen. Dieser Herausforderung werden wir uns in der nächsten Folge stellen und uns die Ansätze aus dem Bereich „Balanced Scorecard“ einmal näher ansehen.

Stefan Drägert

Fortsetzung folgt

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